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STAAD: Kind wegen Vernachlässigung tot

Die St. Galler Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen ein Elternpaar. Es soll die gemeinsame Tochter im Sommer 2015 dermassen vernachlässigt haben, dass sie gestorben ist.
Nathalie Grand/sda, Joel Mähne

Nathalie Grand/SDA, Joel Mähne

Die beschuldigten Eltern stehen in Verdacht, unter anderem aufgrund ihres Drogenkonsums ihre elterlichen Sorgfaltspflichten verletzt und die gemeinsame Tochter vernachlässigt zu haben, teilte die St. Galler Staatsanwaltschaft am Montag mit. Konkret wird ihnen vorgeworfen, die Tochter nicht altersgerecht ernährt und ihr keine ausreichende Bewegung ermöglicht zu haben. Ebenfalls sollen sie die medizinische Versorgung, die körperliche Hygiene und die sozialen Kontakte des einjährigen Mädchens vernachlässigt haben. Daneben hätten die beiden Eltern gemäss Anklage das Kleinkind mehrmals für mehrere Stunden unbeaufsichtigt alleine zu Hause gelassen. Diese Vernachlässigungen sollen schliesslich zum Tod des Mädchens geführt haben.

Kesb hatte Alarm geschlagen

Am 4. August 2015 hatte die Kantonspolizei bei einer Hausdurchsuchung den Leichnam des Kindes im Keller entdeckt und die ­Eltern festgenommen. Schon damals teilte die Staatsanwaltschaft mit, sie gehe von einem Tötungsdelikt aus. Angestrengt hatte die Ermittlungen die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Rorschach mit einer Strafanzeige wegen Verdachts der Verletzung von Fürsorge- und Erziehungspflichten. Die Behörde hatte nach einem Hausbesuch Verdacht geschöpft, weil sie keine befrie­digenden Auskünfte über den Aufenthaltsort der einjährigen Tochter bekommen hatte. Die Hausdurchsuchung brachte traurige Gewissheit. Dass die Untersuchung rund zweieinhalb Jahre in Anspruch nahm, ist laut Roman Dobler, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft St. Gallen, bei Tötungsdelikten nicht ungewöhnlich: «Die Ermittlungen rund um den Todeszeitpunkt und die Todesursache waren aufwendig. Es mussten rechtsmedizinische Gutachten erstellt und umfangreiche Befragungen durchgeführt werden. Ausserdem mussten die angeklagten Eltern forensisch-psychiatrisch begutachtet werden.» Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Verurteilung der 35-jährigen Mutter unter anderem wegen vorsätzlicher Tötung, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren, einer unbedingten Geldstrafe und einer Busse. Der 54-jährige Vater soll wegen vorsätzlicher Tötung, Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht und mehrfacher Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von 8 Jahren und einer unbedingten Geldstrafe verurteilt werden.

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