St. Galler Stadttunnel in der Pole Position

Rund eine Milliarde Franken will der Bundesrat in den Ausbau des Nationalstrassennetz investieren. Die gestern zuhanden des Parlaments verabschiedete Botschaft beinhaltet zwar keine unmittelbare Ostschweizer Projekte, dennoch ruft sie in der Region Genugtuung hervor.

David Scarano
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Rund eine Milliarde Franken will der Bundesrat in den Ausbau des Nationalstrassennetz investieren. Die gestern zuhanden des Parlaments verabschiedete Botschaft beinhaltet zwar keine unmittelbare Ostschweizer Projekte, dennoch ruft sie in der Region Genugtuung hervor. Der Bundesrat zeigt darin auf, welche weiteren Ausbauschritte er mit den verbleibenden drei Milliarden Franken finanzieren möchte. Namentlich erwähnt ist auch die St. Galler Stadtautobahn. Das Projekt genoss bereits in der Vernehmlassung Priorität, diese Pole Position hat es in der Botschaft verteidigt – zur Freude des St. Galler Stadtpräsidenten Thomas Scheitlin. «Wir sind der Realisierung einen grossen Schritt näher gekommen», sagt er.

Vorgesehen ist der Bau einer dritten Tunnelröhre durch den Rosenberg. Die Pannenstreifen im Stephanshorn-Tunnel sowie in der Linden- und der Harzbüchel-Galerie sollen zur dritten Fahrspur werden.

Umstrittene Autobahnausfahrt

Integraler Bestandteil des Projekts ist eine Teilspange. Der bisher von Bundesamt für Strassen (Astra) vorgesehene Autobahnanschluss auf dem Areal des Güterbahnhofs ist aber heftig umstritten. Linke und bürgerliche Politiker wollen das städtische Entwicklungsgebiet nicht opfern. Die «letzte Meile» ist aber noch nicht entschieden, sagt Urs Kost, Leiter des kantonalen Tiefbauamtes. Die Suche nach der besten Lösung sei im Gang. Bis Mitte Jahr sollen Varianten geprüft werden; danach erfolge der Antrag an das Bundesamt.

Wann die dritte Röhre realisiert wird, ist offen. Zunächst gilt es laut Kost, die Projektierung zu konkretisierten. Mit dem Entscheid des Bundesparlaments über die Freigabe der 410 Millionen Franken wird in den kommenden vier Jahren gerechnet.

155 Millionen für die Ostschweiz

Der Bundesrat geht jedoch nicht nur gegen die Engpässe auf dem Nationalstrassennetz an. Er beantragt dem Parlament zudem, 1,68 Milliarden Franken für die Umsetzung der zweiten Generation der Agglomerationsprogramme freizugeben. Er will damit ab 2015 die Verkehrssituation in Städten und Gemeinden verbessern. Für die Ostschweiz fallen 155 Millionen Franken an, die Hälfte davon fliesst in die Region St. Gallen-Arbon-Rorschach. Rolf Geiger, Geschäftsleiter Region Appenzell AR-St. Gallen-Bodensee ist entsprechend zufrieden. Dennoch spricht er von einem Teilerfolg gegenüber der Vernehmlassung. Neben dem Bahnhof Rorschach geniesst neu auch der Bahnhof St. Fiden oberste Priorität. Nicht ganz nach oben haben es hingegen der Bahnhof Herisau sowie der Autobahnanschluss Rorschach geschafft. Der gemeinsame Einsatz habe sich aber trotzdem gelohnt. Für Thomas Würth, Goldachs Gemeindepräsident, ist dies ein «Meilenstein». Die Realisierung des Anschlusses Witen sei in greifbare Nähe gerückt. Die nächste Tranche soll ab 2019 freigegeben werden.

29 Millionen fliessen in die Region Obersee, 7,8 Millionen nach Werdenberg-Liechtenstein; Frauenfeld und Kreuzlingen-Konstanz erhalten 9,5 Millionen respektive 5,3 Millionen. Wil bekommt 24 und damit 5 Millionen Franken weniger als vorgesehen. Dennoch gibt es positive Nachrichten für die Region: Die Autobahnanschluss Wil West hat sich verbessert – von der C- in die B-Priorität. «Das ist genau das, was wir angestrebt haben», sagt Christian Häne, Präsident der Regio Wil. Eine Umsetzung sei nun realistisch. Bis 2019 bleibe Zeit, das Projekt voranzutreiben.

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