Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

St. Galler Nazi-Sympathisant patrouilliert für SBB am Bahnhof - zuvor arbeitete er für Ausserrhoder Kantonspolizei

Ein Mann aus dem Kanton St. Gallen mit rechtsextremer Gesinnung soll für die Transportpolizei der SBB patrouillieren. Davor hat er zehn Jahre lang für die Kantonspolizei Ausserrhoden gearbeitet.
Katharina Brenner
Ein Nazi-Sympathisant aus dem Kanton St.Gallen soll für die Transportpolizei der SBB arbeiten. (Symbolbild: Keystone/Christian Beutler)

Ein Nazi-Sympathisant aus dem Kanton St.Gallen soll für die Transportpolizei der SBB arbeiten. (Symbolbild: Keystone/Christian Beutler)

Das Facebook-Profilbild von P. W., einem Mann aus dem Kanton St. Gallen, zeigt eine Wolfsangel. Ein Symbol, das weltweit von Neonazis verwendet wird. Der «Sonntags-Blick» berichtet, dass der Mann am 20. April 2019 bei Facebook diesen Satz postete: «Eine Kerze für den Onkel! GruSS». Am 20. April 1889 kam Adolf Hitler zur Welt. Das Doppel-S steht für Hitlers Schutzstaffel. Es ist ein Code, den Neonazis verwenden. Inzwischen ist der Eintrag auf dem Facebook-Profil gelöscht worden.

Viele andere Einträge sind aber weiterhin öffentlich zugänglich, darunter Gewaltfantasien gegen Migranten. Beispielsweise das Bild einer Patrone, dazu der Schriftzug: «Die Pille für kriminelle Ausländer und soz. Schmarotzer, schnell wirksam, 100 Prozent sicher». Oder ein Kommentar unter einem «Blick»-Artikel aus dem Jahr 2012. Der Text handelt von einem Mazedonier, der aus einer geschlossenen Psychiatrie geflohen war und mit einer Amokfahrt eine Tote und sieben Verletzte verursachte. Unter diesen Artikel schrieb W.: «Da sag ich nur, lauf Mazedonier. Peng. Auf der Flucht erschossen – Problem gelöst.»

«Die SBB tolerieren kein rassistisches Verhalten»

Gemäss Recherchen des «Sonntags-Blick» arbeitet W. als Transportpolizist für die SBB. Auf Anfrage berufe sich der Arbeitgeber auf den Persönlichkeitsschutz und gebe keine Auskunft. Dieselbe Antwort folgt auf Anfragen unserer Zeitung. Ein Mediensprecher bekräftigt die Haltung des Unternehmens, die bereits im «Sonntags-Blick» zitiert wurde: «Die SBB tolerieren kein menschenverachtendes, rassistisches, gewaltverherrlichendes oder extremistisches Verhalten ihrer Mitarbeitenden.» Und: Bei der Rekrutierung von SBB-Polizisten erfolge stets eine Personenrisikoprüfung.

Im Artikel heisst es weiter, dass der Mann zuvor zehn Jahre bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden gedient habe. Und am World Economic Forum (WEF) in Davos die Mächtigen mit einem Sturmgewehr beschützt habe. Auf Facebook hat er ein Foto hochgeladen, das ihn in Uniform und mit Sturmgewehr zeigt. «WEF Davos» schreibt er darunter in einem Kommentar.

Kantonspolizei von sich aus verlassen

Die Kantonspolizei Ausserrhoden bestätigte am Sonntag auf Anfrage, dass der Mann zehn Jahre lang Teil des Corps war. 2011 habe er die Kantonspolizei verlassen, sagt Mediensprecher Anton Sonderegger. Aufgrund seiner Gesinnung? «Nein», sagt Sonderegger. Der Mann sei von sich aus gegangen, er habe in die Privatwirtschaft gewechselt. «Bis dato hatten wir keinen Hinweis auf rechtsextremistische Tätigkeiten des Mannes.» Sonderegger ist es wichtig zu betonen, dass die Kantonspolizei bei Rechtsextremismus und Rassismus eine «Nulltoleranzstrategie» verfolge. «Wir würden ein solches Verhalten in keiner Weise tolerieren.»

Ob die rechtsextremen Aktivitäten des SBB-Polizisten Konsequenzen haben, sei noch unklar, schreibt der «SonntagsBlick». Am Montag müsse der Beamte «bei seinen Vorgesetzten antraben». Auch dazu nehmen die SBB gegenüber unserer Zeitung keine Stellung.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.