St. Galler Gemeinden steigern Gewinn

Die meisten Gemeinden im Kanton St. Gallen schrieben für das Jahr 2016 schwarze Zahlen. Der Gewinn beträgt insgesamt 146 Millionen, 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Investiert wurde nur wenig.

Adrian.voegele@tagblatt.ch
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Den St. Galler Gemeinden geht es finanziell immer besser. Nur elf von 77 Gemeinden verzeichneten für 2016 ein Minus. Alle Defizite zusammen betragen 4,1 Millionen Franken. Dem steht ein Ertragsüberschuss der übrigen Gemeinden von insgesamt 146 Millionen Franken gegenüber (Vorjahr: 126 Millionen). Dies zeigt die aktuelle Gemeindefinanzstatistik. Den höchsten Reingewinn pro Einwohner erzielte die Stadt Rapperswil-Jona – 1802 Franken. Am anderen Ende der Skala steht Berneck mit einem Defizit von 295 Franken pro Kopf.

Die Verschuldung nimmt ab und liegt bei durchschnittlich 535 Franken je Einwohner. Das Amt für Gemeinden erklärt dies damit, dass auch 2016 wenig investiert worden sei; hinzu kämen hohe zusätzliche Abschreibungen. Immer mehr Gemeinden sind schuldenfrei und haben somit Vermögen: 29 sind es, gegenüber 23 im Vorjahr. Das höchste Nettovermögen hat Sevelen, es beträgt 3879 Franken. Auf dem zweiten Platz liegt Oberuzwil mit 3804 Franken. Die höchsten Schulden pro Kopf haben Degersheim (8351 Franken) und Lichtensteig (5008 Franken).

Mehr Steuern eingenommen

Die Einnahmen der Gemeinden haben um 27 Millionen zugenommen – auf knapp 1,96 Milliarden Franken. An Einkommens- und Vermögenssteuern wurden acht Millionen mehr eingenommen als im Vorjahr. Diese Steuern machen knapp 66 Prozent des Gesamtertrags aus. Zweitgrösste Einnahmenquelle der Gemeinden ist mit 11 Prozent der Finanzausgleich: 215 Millionen Franken erhielten sie im vergangenen Jahr. Im Herbst 2016 beschloss das Kantonsparlament beim Ressourcenausgleich Verbesserungen für die Gemeinden. Der Ausgleichsfaktor wurde von 94,5 Prozent auf 96 Prozent erhöht. Die Regierung hatte 95,5 Prozent vorgeschlagen. Schon dieser Wert sei schweizweit der dritthöchste – obwohl die Unterschiede zwischen den St. Galler Gemeinden weder bei den Steuerfüssen noch bei der Steuerkraft besonders gross seien. In den kommenden Jahren rechnet der Kanton für den gesamten Finanzausgleich, zu dem nebst dem Ressourcenausgleich weitere Instrumente gehören, mit einem Aufwand von 218 bis 220 Millionen.

Adrian Vögele

adrian.voegele@tagblatt.ch