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Stimmfaule St.Galler: Nicht mal jeder Dritte ging bei der letzten Abstimmung an die Urne

Im Normallfall beteiligt sich weniger als die Hälfte der St.Galler Bevölkerung an Abstimmungen. Besonders kantonale Vorlagen mobilisieren kaum. Am 10. Juni war die Stimmbeteiligung die tiefste seit Jahren.
Roman Hertler
Polarisierende nationale Vorlagen locken die St.Galler eher an die Urne als Abstimmungsaufforderungen. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Polarisierende nationale Vorlagen locken die St.Galler eher an die Urne als Abstimmungsaufforderungen. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Vollgeld-Initiative, Glückspiel-Gesetz, St.Galler Pensionskasse, Medical Master: Die Themen der letzten Abstimmung vom 10. Juni vermochte das St.Galler Stimmvolk kaum zu mobilisieren. Gerademal ein knappes Drittel der Stimmberechtigten schaffte es an die Urnen. So stimmfaul waren die St.Gallerinnen und St.Galler letztmals im April 2016. Es war der zweite Wahlgang für den Regierungsrat – Mark Mächler gewann gegen Esther Friedli.

Die St.Galler Fachstelle für Statistik hat die Wahlbeteiligung der St.Galler Stimmbevölkerung der letzten vier Abstimmungen anhand von 13 Referenzgemeinden analysiert. Es sind dies Au, Goldach, Gossau, Kirchberg, Mels, Quarten, Rapperswil-Jona-Schmerikon, St.Gallen, Thal, Uzwil, Vilters-Wangs und Wildhaus-Alt St.Johann. Untersucht wurde die Wahlbeteiligung nach Altersgruppen und Geschlecht (Stimmbeteiligungsstatistik).

Altersunterschied fällt stark ins Gewicht

Bezüglich allgemeinem Rückgang der Stimmbeteiligung zeigen sich kaum geschlechterspezifische Unterschiede. Frauen stimmen tendenziell leicht weniger häufig ab als Männer. Abweichungen gab es beispielsweise bei der AHV-Vorlage vom September 2017, bei welcher der Frauenstimmanteil in den Gemeinden Schmerikon, St.Gallen und Wildhaus-Alt St.Johann höher war als jener der Männer. Demgegenüber stimmen deutlich mehr Männer elektronisch ab. Allerdings liegen für die Abstimmungen vom Juni diesen Jahres keine detaillierten E-Voting-Daten vor.

Ein deutlich gewichtigerer Faktor für die Teilnahme an Urnengängen als das Geschlecht ist das Alter. In der Tendenz steigt die Höhe der Stimmbeteiligung mit dem Alter. Ausnahmen gibt es bei der jüngeren Altersgruppe, den 18- bis 24-Jährigen, deren Beteiligung vereinzelt etwas höher liegt als diejenige der 25- bis 39-Jährigen. Dies gilt besonders für die Gemeinde Thal, in der die jüngste Altersgruppe in den vier letzten Abstimmungen durchwegs häufiger abstimmte als die zweitjüngste Altersgruppe.

Dass die Stimmbeteiligung in der Abstimmung vom Juni bei allen Altersgruppen dermassen getaucht ist, begründet die Statistikfachstelle vor allem mit den Vorlagen. Zum einen waren die Vorlagen komplex (Vollgeld-Initiative), zum andern sah sich die Bevölkerung nur begrenzt vom Abstimmungsausgang betroffen (Geldspiel-Gesetz, St.Galler Pensionskasse, Medical Master).

Abstimmungen müssen polarisieren

Ein Blick in die vergangenen fünf Abstimmungsjahre zeigt: Um die Bevölkerung an die Urne zu bewegen, braucht es nationale Abstimmungen, die polarisieren. So lag die Stimmbeteiligung im Kanton St.Gallen im Februar 2016 (Durchsetzungs-Initiative) bei über 60 Prozent bei allen nationalen Vorlagen. Hingegen beteiligten sich am ersten Regierungswahlgang am selben Sonntag nur 52 Prozent.

Seit 2013 pendelt die St.Galler Stimmbeteiligung immer etwa zwischen 42 und 46 Prozent. Etwas höher lag sie beispielsweise im März 2018, als die No-Billag-Initiative über 53 Prozent mobilisieren konnte. Ein mobilisierungsstarkes Jahr war 2014: Damals lockten insbesondere die Ecopop-Initiative (48,95 Prozent), die Mindestlohn- (54,3 Prozent) und die Gripen-Abstimmung (54,12 Prozent) sowie die Masseneinwanderungs-Initiative (55,55 Prozent) an die Urnen. Wenig zu mobilisieren vermochte hingegen etwa die Initiative zur Volkswahl des Bundesrats 2013 (36,22 Prozent).

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