St. Galler Bauern fordern Strategie vom Kanton

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Landwirtschaft Der St. Galler Bauernverband hat sich an seiner gestrigen Delegiertenversammlung mit der schwierigen Ertragslage der Landwirtschaft auseinandergesetzt. Unbefriedigend laufe das Geschäft vor allem in der Milch- und Schweinefleischproduktion. Von der Situation auf dem Milchmarkt sei St. Gallen besonders betroffen, heisst es in einer Mitteilung des Verbands – denn mit seinem Grünland und den hohen Niederschlägen sei der Kanton prädestiniert für die Milchproduktion. Verbandspräsident Peter Nüesch forderte eine Strukturbereinigung bei den Handelsorganisationen im Milchgeschäft. Derzeit könne man mit den Abnehmern nicht auf Augenhöhe verhandeln. Zugleich müssten die Bauern die Abläufe auf den Betrieben optimieren.

Jede Woche gibt ein Bauer auf

Ausserdem kritisiert der Verband die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft in St. Gallen, etwa in Sachen Raumplanung. Der Bauernverband will darum zusammen mit der Regierung und den zuständigen Ämtern eine Strategie für die Landwirtschaft entwickeln. Regierungsrat Bruno Damann nahm das Anliegen auf: Der Kanton werde sich zusammen mit dem Bauernverband mit der strategischen Ausrichtung der Branche befassen.

Die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe hat auch 2016 abgenommen. Im Durchschnitt schliesst jede Woche ein Betrieb seine Tore. Ende 2016 gab es im Kanton 3566 Betriebe mit Anrecht auf Direktzahlungen, davon 382 Bio-Bauernhöfe. Die Milchviehhaltung geht besonders stark zurück: Innert zwei Jahren gaben 241 Betriebe auf. (red)