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St. Gallen muss grossen Hanf-Fall übernehmen

ST. GALLEN. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen wollte die Untersuchung eines Hanfplantagen-Falles an den Kanton Zürich abgeben. Dieser wehrte sich – und hat nun vor Bundesstrafgericht recht erhalten: St. Gallen muss sich um den Fall kümmern, auch wenn das Marihuana in Zürich verkauft wurde.

ST. GALLEN. Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen wollte die Untersuchung eines Hanfplantagen-Falles an den Kanton Zürich abgeben. Dieser wehrte sich – und hat nun vor Bundesstrafgericht recht erhalten: St. Gallen muss sich um den Fall kümmern, auch wenn das Marihuana in Zürich verkauft wurde.

Zwischen Frühling 2014 und Februar 2015 ernteten drei Personen auf einer grossen Hanfplantage im Kanton St. Gallen 120 Kilogramm Marihuana. 30 Kilogramm davon kaufte ein Stadtzürcher, der die Ware in seiner Wohnung weiterverkaufte. Damit machte er einen Umsatz von rund 100 000 Franken. Pro Kilogramm Marihuana erwirtschaftete er einen Gewinn von 200 Franken.

Weitere Anlage in Schwyz

Zweien der drei Hanfbauern stellte der Zürcher überdies seinen Keller zur Verfügung, damit sie dort selbst Marihuana lagern konnten. Verkaufen konnten sie es in seiner Wohnung, wo die Geschäfte abgewickelt wurden. Nachdem die Plantage im Kanton St. Gallen im Februar 2015 von der Polizei ausgehoben worden war, liess der Stadtzürcher von drei weiteren Personen eine neue Anlage im Kanton Schwyz einrichten.

Schwerpunkt auf St. Gallen

Doch welcher Kanton sollte nun in der Sache ermitteln, bei so vielen Beteiligten und Tatbegehungsorten? Die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts kommt nach der Prüfung der Fragen, wo zuerst ermittelt wurde, wer die Tat mit der schwersten Strafe beging und wo sich alles abspielte, zum Schluss: Die St. Galler Staatsanwaltschaft muss den Fall übernehmen. Mit zum Untersuchungspaket schlägt das Bundesstrafgericht auch die Untersuchung im Zusammenhang mit der Hanfanlage im Kanton Schwyz dem Kanton St. Gallen zu. (sda)

Urteil BG.2015.47

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