SRG soll Netzwerk besser nutzen

Der designierte SRG-Generaldirektor Roger de Weck nutzte seinen ersten offiziellen Auftritt bei einer Regionalgesellschaft – am Samstag bei der SRG Ostschweiz – zu einem Bekenntnis für enge Kontakte und ein eidgenössisches Miteinander.

Hansruedi Wieser
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Auf gute Zusammenarbeit: Roger de Weck, Gerhard Frey und Arthur Oehler (von links) stossen auf eine starke SRG an. (Bild: Hansruedi Wieser)

Auf gute Zusammenarbeit: Roger de Weck, Gerhard Frey und Arthur Oehler (von links) stossen auf eine starke SRG an. (Bild: Hansruedi Wieser)

Chur. Roger de Weck, der 2011 Armin Walpen als SRG-Generaldirektor ablösen wird, informierte an der Mitgliederversammlung der Ostschweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG Ostschweiz) über seine Ziele. Er betonte, er sei sich der Verantwortung seines neuen Amtes bewusst und werde sie behutsam wahrnehmen. Aber: «Man kann nur bewahren, wenn man verändert.»

De Wecks Liste der Prioritäten: erstens weg mit den Defiziten, zweitens Chancennutzung der heutigen Medienrevolution, drittens weiterer Ausbau des Service public, viertens enger Kontakt und Austausch über das ganze Land. Dank der herkömmlichen Trägerschaft der SRG SSR idée suisse mit ihren Regionalgesellschaften habe das Unternehmen ein gutes, ja modernes Netzwerk. Dieses gelte es zu nutzen. Für de Weck ist die SRG «nicht nur ein Unternehmen, sondern eine Institution, die Heimat schafft».

Auf eine Frage hin erklärte er, weniger die Zentralisierung als die beschlossene Medienkonvergenz, also die Zusammenlegung von Radio DRS und Fernsehen SF, sei für ihn ein Thema. «Ich will diese mit aller Entschiedenheit weiterführen», so de Weck. Zudem wolle er sich um eine Entspannung des Verhältnisses mit den privaten Mitbewerbern bemühen.

Noch kein neuer ORG-Präsident

Mit einer Schweigeminute wurde des im Februar verstorbenen Präsidenten Dieter J. Niedermann gedacht.

Ziel sei es gewesen, an der Mitgliederversammlung die Nachfolge zu regeln, sagte Vizepräsident Gerhard Frey, Teufen. Der Vorstand habe einen Findungsausschuss bestimmt. Der leitende Ausschuss, dem nebst Frey noch Arthur Oehler, Heiden, Ursel Kälin, St. Margrethen, und Geschäftsstellenleiterin Patricia Fisch, Mosnang, angehören, schlug ein von den Statuten abweichendes Prozedere vor. Statt der Mitglieder soll der Vorstand über den Vorschlag der Findungskommission befinden.

Die gewählte Person muss von der Mitgliederversammlung 2011 in Heiden bestätigt werden. Mit einigen Gegenstimmen und Enthaltungen wurde dieses Vorgehen von den 95 stimmberechtigten Mitgliedern in Chur gebilligt.

Vor dem grossen Umbau

DRS und SF werden auf den 1. Januar 2011 zusammengelegt. Im Jahresbericht des Präsidiums nimmt die Strukturreform breiten Platz ein.

Basierend auf der Totalrevision des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen kommt es zu einem Totalumbau des Hauses SRG. Die neue Aufgabe der Trägerschaft, zu welcher die SRG Ostschweiz gehört, ist die Begleitung und die Kontrolle der professionellen Tätigkeit der SRG.

Die Versammlung wurde durch Workshops ergänzt. Basierend auf einem begeistert aufgenommenen Grundsatzreferat von Albrecht Gasteiner, Basel, Leiter des HDTV-Forum Schweiz, lieferten Fachleute vertiefte

Informationen betreffend HD suisse, Digitalradio (DAB), SRG im Internet und «unseren Alltag im Cyberspace».

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