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Spuren im Schnee: St.Galler Wolfsrudel jetzt auch im Weisstannental unterwegs

Im Kanton St.Gallen ist zum ersten Mal ausserhalb des Taminatals ein Wolfsrudel beobachtet worden. Eine DNA-Analyse einer Kotprobe soll Aufschluss über die Identität der Tiere geben.
Valentina Thurnherr
Wolfsspuren im Schnee. (Archivbild: Peter A. Dettling/07.03.2018)

Wolfsspuren im Schnee. (Archivbild: Peter A. Dettling/07.03.2018)

Im St.Galler Weisstannental nahe des Pizols wurden Spuren von mehreren Wölfen im Schnee gefunden. Der zuständige Wildhüter bestätigte, dass es insgesamt fünf Tiere sind. Laut Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei St.Gallen, handelt es bei den Tieren um das Calanda-Rudel. «Die Tiere haben ein Territorium von rund 250 Quadratkilometer und bis jetzt sind sie nie westlicher als bis zum Taminatal gekommen.» Diesen Winter scheinen sie ihr Jagdrevier etwas ausgebreitet zu haben.

Besonders zu dieser Jahreszeit kann es auch vorkommen, dass sich das Rudel bis in bewohnte Gegenden vorwagt. «Die Hauptbeute der Wölfe ist Rotwild und dieses kommt in der kalten Jahreszeit weiter nach unten.» Dass die Wölfe also näher an besiedeltes Gebiet kommen sei ein natürliches Verhalten, das sie jeden Winter feststellen.

Der Wolf war in der Schweiz ausgestorben

Nach mehr als 100 Jahren konnten 1995 die ersten Wölfe wieder in der Schweiz nachgewiesen werden. Der letzte Wolf sei aber nicht etwa geschossen worden, sondern er wanderte auf Nahrungssuche in andere Gebiete ab.

«Im 19. Jahrhundert gab es praktisch keine Wälder mehr», sagt Thiel.

«Wir hatten in der Schweiz weder Hirsche, noch Steinböcke, noch Rehe noch sonstiges Wild von dem sich die Wölfe hätten ernähren können.»

Das 1875 verabschiedete erste eidgenössische Jagdgesetz brachte eine Beschränkung der Jagdzeiten. Der Abschuss von Gämsgeissen, die Kitze führen, wurde verboten und bei Reh und Hirsch kamen die weiblichen Tiere unter Schutz. «Die Wälder mussten wieder aufgeforstet werden um die Wildtiere zu fördern, so etwas kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen», sagt Thiel.

Mit Hilfe von Kotproben die Identität feststellen

Zur Identifizierung der Tiere stellte der zuständige Wildhüter eine Kotprobe für eine DNA-Analyse sicher. «Diese Untersuchung wird einige Wochen in Anspruch nehmen», sagt Dominik Thiel. Lediglich ein Labor in Lausanne habe die notwendigen Geräte, um diese aufwendige Analyse durchzuführen.

«Nur so können wir nachweisen, um welche Tiere es sich handelt. Denn die Wölfe des Calanda-Rudels sind alle nummeriert und uns bekannt.»

Mit der Untersuchung könnten sie zum Beispiel feststellen, ob die Wölfe italienischer Herkunft sind, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt und ob es eines der bereits bekannten Individuen ist. «Sollte es ein unbekanntes Tier sein, müssten wir feststellen, ob es sich um ein Jungtier oder gar ein neu zugewandertes handelt.» Dafür würden sie dann weitere Proben benötigen.

Eine weitere Möglichkeit, die Thiel in Betracht zieht ist eine neue Rudelbildung. «Bisher waren uns neun Wölfe bekannt, die zum Calanda-Rudel gehören. Die das jetzt gesichtete Rudel besteht aber nur aus fünf Tieren.» Erreichen die Tiere ihre Geschlechtsreife so würden die Männchen meist in andere Gebiete abwandern, um Inzucht zu vermeiden.

«Die Weibchen helfen entweder bei der Aufzucht neuer Jungtiere, oder sie siedeln sich am Rand des Gebietes des Elternpärchens an.»

Anhand der Genetik würden sie nachweisen können, ob das bei dem nun gesichteten Rudel im Weisstannental der Fall sein könnte.

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