Spitallandschaft
Schliessen sich das Spital Herisau und St.Galler Spitäler zusammen? – So antwortet die St.Galler Regierung

In beiden Appenzell und St.Gallen folgt eine Spitalschliessung auf die nächste. Da stellt sich irgendwann die Frage: Wann schliessen St.Gallen und Ausserrhoden ihre Spitalverbunde zusammen? Diese Frage warf die Fraktion von CVP und EVP im St.Galler Kantonsparlament auf.

Regula Weik
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Das Spital Herisau ist nach der Schliessung von Heiden noch das einzige öffentliche Ausserrhoder Spital.

Das Spital Herisau ist nach der Schliessung von Heiden noch das einzige öffentliche Ausserrhoder Spital.

Bild: Michel Canonica

Spitalschliessungen hüben wie drüben. St.Gallen gibt die beiden Spitäler in Rorschach und Flawil auf, nächstes Jahr folgt Wattwil. Appenzell Innerrhoden verzichtet auf ein eigenes Spital, Ausserrhoden schliesst das Spital Heiden. Die Fraktion von CVP und EVP im St.Galler Kantonsparlament wollte denn auch in einem Vorstoss erfahren, wie die Schliessung der Spitäler Appenzell und Heiden die hiesige Spitalstrategie beeinflusst - und ob die Möglichkeit eines gemeinsamen Spitalverbunds mit Herisau diskutiert wird.

Bekannt ist – und daran ändern die aktuellen Spitalschliessungen nichts: Die Kantone Appenzell Ausser- und Innerrhoden, Glarus, Graubünden, St.Gallen und Thurgau haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach sie bei der Planung der stationären Gesundheitsversorgung stärker zusammenarbeiten wollen. In einem ersten Schritt wird eine Bedarfsanalyse erstellt. Erste Resultate sollen in einem Jahr vorliegen. Die St.Galler Regierung ist überzeugt: Eine bedarfsgerechte Spitalplanung orientiert sich künftig an Versorgungsräumen und nicht an administrativen Grenzen. So hält sie es in der Antwort auf den Vorstoss von CVP und EVP fest.

Und wie beantwortet sie die Frage eines gemeinsamen Spitalverbunds von St.Galler Spitälern und dem Spital Herisau? Die St.Galler Regierung hält fest:

«Eine mögliche, organisatorische Annäherung ist derzeit offen und wird aktuell nicht im Detail geprüft.»

Eine klare Absage tönt anders. Gut möglich, dass das Thema eher früher als später auf der politischen Agenda der beiden Kantone stehen wird.

Dahin zieht es die Patientinnen und Patienten

Spital Heiden.

Spital Heiden.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Konkreter wird die Regierung, wenn es um die veränderten Patientenflüsse geht. Sie hat Modellrechnungen erstellt, wie sich die Spitalschliessungen in Heiden und Appenzell auf die St.Galler Spitäler auswirken könnten. So dürften sich künftig gut die Hälfte der Patientinnen und Patienten des Spitals Heiden am Kantonsspital St.Gallen und knapp ein Fünftel an der Hirslanden Klinik Stephanshorn behandeln lassen.

Spital Appenzell.

Spital Appenzell.

Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Etwas komplizierter ist es mit den Patientinnen und Patienten, die sich bislang am Spital Appenzell behandeln oder operieren liessen. 40 Prozent dürften sich neu ins Spital Herisau, 35 Prozent ins Kantonsspital St.Gallen begeben. Doch die St.Galler Regierung macht eine gewichtige Einschränkung: Über ein Drittel der Behandlungen im Spital Appenzell waren chirurgische Eingriffe am Bewegungsapparat. Und, so die Regierung:

«Ein Grossteil dieser Behandlungen wurden durch Belegärzte erbracht, die in Zukunft in der Berit Klinik operieren werden.»

Es werde sich daher ein beachtlicher Teil der Patienten nicht nach Herisau und auch nicht nach St.Gallen verschieben, sondern sich künftig in der Ausserrhoder Privatklinik in Speicher behandeln lassen.

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