Arbeitsbelastung
St.Galler Regierung: Spitäler halten Ruhezeiten für Pflegende «in der Regel» ein

Zwei Kantonsräte fragen nach der Wertschätzung gegenüber dem Pflegepersonal in der zweiten Coronawelle. Das Kantonsspital habe im 2020 dreimal mehr ausserordentliche Leistungsprämien gesprochen als in den Vorjahren, sagt die Regierung.

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Nicht nur auf der Intensivstation war die Belastung in der Pandemie hoch.

Nicht nur auf der Intensivstation war die Belastung in der Pandemie hoch.

Bild: Arthur Gamsa
Maria Pappa, St.Galler Stadtpräsidentin und Kantonsrätin.

Maria Pappa, St.Galler Stadtpräsidentin und Kantonsrätin.

Bild: PD

(sk/al) Wie gross war der Mehraufwand für das Pflegepersonal während der zweiten Coronawelle? In welchen Bereichen war das Pflegepersonal besonders belastet? Wie kann die Regierung sicherstellen, dass die Ruhezeiten eingehalten werden? Das wollen Kantonsrat Sandro Hess (CVP) und Kantonsrätin Maria Pappa (SP) in einer einfachen Anfrage von der St.Galler Regierung wissen.

Sandro Hess, CVP-Kantonsrat.

Sandro Hess, CVP-Kantonsrat.

Regina Kühne

Diese schreibt in der Antwort, das ganze Gesundheitspersonal werde in der Covid-19-Pandemie auf eine lange Belastungsprobe gestellt. Das gelte im Übrigen auch für Mitarbeitende anderer Bereiche der Spitäler wie zum Beispiel der Informatik, der Logistik oder der Gastronomie. Solch ausserordentliche Leistungen könnten durch ausserordentliche Prämien honoriert werden. So habe etwa das Kantonsspital St.Gallen dieses Jahr gegen 700 solcher Prämien ausgesprochen – mehr als dreimal so viele wie in Vorjahren.

In den Betagten- und Pflegeheimen sei besonders in «Einrichtungen mit einem grossen Ausbruchsgeschehen» ein Mehraufwand für das Personal zu verzeichnen gewesen, schreibt die Regierung. In allen vier Spitalverbunden aber seien die Mehrzeiten im «Covid-19-Jahr» 2020 im Vergleich zu den Vorjahren 2018 und 2019 gesamthaft nochmals deutlich reduziert worden. Auch die «mutierten Virenstämme» hätten zu keinem zusätzlichen Aufwand geführt. Die Mitarbeitenden der Intensivstationen seien nach wie vor besonders gefordert. «Auch auf Teilen der Covid-19-Stationen und auf dem Notfall war die Belastung phasenweise hoch, allerdings gingen dort die Covid-19-Fallzahlen in den letzten Wochen deutlich zurück.»

Bei der Spitex gebe es aktuell keine Hinweise, dass der Betreuungsaufwand stark gestiegen sei, schreibt die Regierung weiter. Für diese Bereiche steige der Pflege- und Betreuungsaufwand während der Pandemie aus folgenden Gründen: Mitarbeitende in Quarantäne müssten ersetzt werden; die Pflege von Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, sei komplexer. Andere Stationen hätten Ausfälle von Mitarbeitenden kompensieren müssen und seien auch aufgrund der geforderten Schutzmassnahmen zusätzlich belastet gewesen.

Bei den stark betroffenen Betagten- und Pflegeheimen zeige sich nach einem Ausbruch eine umgekehrte Situation. «Hinsichtlich der Todesfälle und der damit im Zusammenhang stehenden freien Zimmer sinkt der Pflege- und Betreuungsaufwand.» Zudem würden wegen der Abstandsregeln weniger Aktivitäten und Veranstaltungen durchgeführt.

Die personalrechtlichen Vorgaben einzuhalten, sei Aufgabe der Institutionen, schreibt die Regierung weiter. Bisher seien die Ruhezeiten «in der Regel auch während der Pandemie in allen Spitalverbunden eingehalten» worden.