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Spital Wil verliert chirurgischen Chefarzt

WIL. Am Spital Wil hat der chirurgische Chefarzt Martin Gilg kurzfristig gekündigt. Bereits Ende November dieses Jahres wird er das Spital verlassen. Hintergründe für seine Kündigung dürften Konflikte mit dem Ressortleiter Chirurgie des Spitalverbunds Fürstenland Toggenburg, Christoph Eberle, sein.
Umberto W. Ferrari
Das Spital in Wil hat keinen chirurgischen Chefarzt mehr. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Das Spital in Wil hat keinen chirurgischen Chefarzt mehr. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Gilgs Weggang wurde von der Leitung der Spitalregion Fürstenland Toggenburg bisher noch nicht offiziell mitgeteilt. Einzig die Ärzte in der Region erhielten vom Leiter des Ressorts Chirurgie der Spitalregion, Christoph Eberle, ein Mail. Darin informiert Eberle seine Kolleginnen und Kollegen kurz und bündig über Gilgs Kündigung: «Er verlässt die Spitalregion Fürstenland Toggenburg per Ende November 2010. Ich danke Martin Gilg für seinen langjährigen Einsatz für das Spital Wil und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute», schreibt Eberle.

Die Kürze der Mitteilung und die kurze Zeit bis Gilg das Spital Wil verlassen wird, lässt auf Unstimmigkeiten schliessen. Gilg selber wollte zu den Gründen, weshalb er die Kündigung einreichte vorerst keine Stellung nehmen. Er wird in eine private chirurgische Praxis eintreten.

Clinch zwischen Chefärzten
Eberle ist innerhalb der Geschäftsleitung der beiden Spitäler Wil und Wattwil für das Ressort Chirurgie zuständig und damit faktisch auch der Chef des Wiler Chefarztes. Offensichtlich eine unglückliche Konstellation, wie Roman Wüst, Generalsekretär des Gesundheitsdepartements des Kantons St.Gallen, auf Anfrage sagte.

Keine optimale Konstellation
Sowohl Gilg als auch Eberle waren schon Chefärzte der Chirurgie in Wattwil und Wil bevor vor gut fünf Jahren die beiden Spitäler zum Spitalverbund Fürstenland Toggenburg zusammengelegt wurden. Eberle war – als Mitglied der Geschäftsleitung und Verantwortlicher für die Chirurgie – Gilgs Vorgesetzter. «Diese Konstellation war von Beginn weg nicht optimal, es war ein Unruheherd», sagte Wüst. Deshalb habe die Geschäftsleitung zusammen mit dem Verwaltungsrat im vergangenen Sommer die Organisation und Struktur in diesem Spitalverbund analysiert. «Dieser Prozess ist jetzt aber mit der Kündigung von Dr. Gilg unterbrochen worden», sagte Wüst.

Wil erhält keinen Chefarzt mehr
Somit ist das Spital derzeit ohne eigenen chirurgischen Chefarzt und wird dies wohl auch bleiben. Es ist nicht anzunehmen, dass Geschäftsleitung und Verwaltungsrat erneut eine Situation schaffen werden, die konfliktträchtig ist. So wird bis auf weiteres der chirurgische Chefarzt aus Wattwil auch Chefarzt von Wil sein.

Die interimistische Nachfolge in der Operationstätigkeit von Gilg wird Sandro Lionetto übernehmen. Der 39-jährige Lionetto arbeitet erst seit dem 1. August dieses Jahres in dieser Funktion am Spital Wil. «Die Interimslösung wurde gewählt, damit wir zuerst die Strukturen und Organisationsform unabhängig von Personen festlegen können», sagte Wüst. Es dürfte aber davon auszugehen sein, dass auf der Chirurgie in Wil ein Leitender Arzt die oberste Kaderposition sein wird.

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