Spielwiese auf dem Gäbris vermessen

Margrith Widmer/sda
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Ein Kantonsgerichtspräsident, zwei Geometer, ein Bauer, ein Vertreter des Stadtturnvereins St. Gallen (STV) und beeindruckendes GPS: Auf dem Gäbris ist die Spielwiese des STV vermessen, vermarkt und die Daten gespeichert worden. Das könnte der vorletzte Akt im jahrelangen Streit zwischen einem Bauern und dem STV sein. Vor Ausserrhoder Obergericht hängig ist noch eine Strafsache wegen mutmasslicher Tätlichkeit oder einfacher Körperverletzung eines ehemaligen STV-Hüttenwarts gegen den Sohn des Bauern. Dieser hat rekurriert.

Pflöcke eingeschlagen

Der Streit um die Wiese wurde im Mai durch einen Vergleich vor Ausserrhoder Kantonsgericht beigelegt. Bestandteil des Vergleichs war die Vermessung der Wiese.

Vor 60 Jahren verkaufte der STV seine Liegenschaft auf dem Gäbris dem Vater des Bauern. Das Vereinslokal blieb Eigentum des STV. Für die davor liegende Wiese wurde ein Dienstbarkeitsvertrag geschlossen: Der STV durfte die Spielwiese benutzen und hatte ein Wegrecht.

Der Schönheitsfehler der Vereinbarung: Die Wiese wurde ungenau als «rund 350 Quadratmeter» gross bezeichnet.

Das störte jahrzehntelang niemanden. Vor sechs Jahren kam es jedoch zu Auseinandersetzungen zwischen einem der Söhne des Bauern und dem damaligen STV-Hüttenwart. Dieser beanstandete allerhand, worauf ein Rechtsstreit um Wegrecht und Bauten auf dem Gelände begann.

Lösung gefunden

Im Mai schlug der Gerichtspräsident vor, der Wiese am Südende einen Zwei-Meter-Streifen zuzuschlagen, ein Fahrrecht für den STV zu errichten und dem Bauern zu untersagen, die Wiese mit Traktoren zu befahren. Darauf haben sich die Parteien geeinigt.

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