Spiel und Spass für Kinder

Eine Modelleisenbahn, hergestellt aus Abfall, oder ein batteriebetriebener Hamster: Das sind nur zwei der Dinge, die sich im Bereich «Spielen an der Offa» in der Halle 2.0 entdecken lassen.

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Bruno Schwender an der Offa. (Bild: th)

Bruno Schwender an der Offa. (Bild: th)

Die Kinder schauen, und die Erwachsenen staunen. Denn die Modell-Eisenbahn von Bruno Schwender brilliert weniger durch seine Erscheinung als durch seine Entstehung: Alles ist aus Abfall hergestellt. So halten auch viele Frauen inne. Weil sie daheim primär den Abfall sortieren? «Nein», sagt Schwender, «weil sie begeistert sind, wie aus Nichts eine Modellanlage wird. Die Kreativität fasziniert sie.»

Ein Triebzug aus einer Kunststoff-Firmentafel, ein Güterwagen aus Aluminium, Tankbehälter aus PET-Deckeln – das sind ein paar Beispiele, wie Schwender sorglos entsorgten Abfall wiederverwendet. Denn er sucht überall dort, wo Menschen ihren Kram unerlaubterweise abladen. Zum Beispiel im Werkhof seines Wohnortes Spreitenbach. Die Märklin-Schienen fand er im Sperrgut eines Containers in Interlaken. Aus einem Plastiksack lugten ein paar Schienen. Es waren dann viele.

Triebzüge aus elf Regionen hat er hergestellt. Auch die alte Mittelthurgaubahn ist nochmals zu surrendem Leben erstanden. Eine Nachahmung der Centovallibahn saust ebenso über die Anlage wie eine solche der alten Chur-Arosa-Bahn, die sozusagen in wahrem Recycling von der Jurabahn gekauft worden ist.

Mit den Lokomotiven war es etwas schwieriger.

Hier restaurierte er völlig zerzauste, kaum noch als solche erkennbare Modell-Lokomotiven, die auf alten Anlagen gefahren und irgendwie unter die Räder gekommen sind. Eine Dampflok ist dem grossen Vorbild der Furka-Oberalp-Bahn nachempfunden. Einzig die zwei Achsen musste er auf normalem Weg kaufen. «Manchmal koche auch ich nur mit Wasser», sagt Schwender.

Schon die winzigen Lichter an der Lok entsprechen wieder dem Motto «Alles aus Abfall»: Die Halterung ist aus Stäbchen von Luftballons, die Lampen selber sind aus Swarovski-Kristall.

«Ich bin vom Umweltgedanken nicht extrem angehaucht», sagt er. Dennoch lässt er im Recycling-Spiel die Besucher wissen, was nach der Abfalltrennung geschieht. Sein primärer Antrieb ist die ihm früh eingeimpfte Sparsamkeit: «Ich hatte nie viel Sackgeld.

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