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Spesenskandal: HSG bedauert Vertrauensverlust und leistet in einem Schreiben öffentlich Abbitte

Nächstes Kapitel in der Spesenaffäre rund um die Universität St.Gallen (HSG): In einem Brief an die St.Galler Kantonsräte und die Regierung bedauert die HSG die Vorkommnisse und den Vertrauensverlust, der daraus resultierte. Die Uni spricht davon, dass ein Kulturwandel nötig sei.
Die HSG ist mit negativen Schlagzeilen konfrontiert – und verspricht nun Besserung. (Bild: Urs Bucher)

Die HSG ist mit negativen Schlagzeilen konfrontiert – und verspricht nun Besserung. (Bild: Urs Bucher)

(pd/dwa) «Das Rektorat und die Institutsleitungen der Universität St.Gallen haben die Beanstandungen im jüngsten Revisionsbericht der Finanzkontrolle mit grosser Betroffenheit und Besorgnis zur Kenntnis genommen.» Das heisst es in einem von Rektor Thomas Bieger unterzeichneten Schreiben, das die Universität am Mittwoch an alle Mitglieder des Kantonsrates und der St.Galler Regierung richtete. Die HSG nimmt im Brief Stellung zum Spesengebaren, welches an der Uni über viele Jahre herrschte und welches das «St.Galler Tagblatt» am vergangenen Samstag publik machte.

«Die Universitätsleitung bedauert den Vertrauensverlust, der in Öffentlichkeit und Politik entstanden ist, ausserordentlich», heisst es im Schreiben. Sie werde alles daransetzen, die angezeigten Missstände zu beheben. Massnahmen zur Verbesserung von Compliance und Governance seien bereits eingeleitet, weitere seien geplant, wie die HSG weiter schreibt.

«Einzelne Fälle sind inakzeptabel»

Der Revisionsbericht 2017 der Finanzkontrolle liegt der Universität St.Gallen seit November 2018 vor. In der Mitteilung heisst es:

«Alle betroffenen Gremien waren von der Menge der Beanstandungen überrascht. Einzelne Fälle sind inakzeptabel, auch die Häufung von weniger gravierenden Fehlern wirft ein schlechtes Licht auf die Universität.»

Zudem fehle bei einigen HSG-Exponenten die nötige Sensibilität, auch im Umgang mit selbsterwirtschafteten Mitteln.

HSG-Rektor Thomas Bieger. (Bild: Ralph Ribi)

HSG-Rektor Thomas Bieger. (Bild: Ralph Ribi)

«Auf Vorfälle reagiert»

Rektorat und Universitätsrat haben auf diese Vorfälle reagiert und laut der Mitteilung Massnahmen eingeleitet. «Per 1. Februar 2019 wurde ein neues Spesenreglement in Kraft gesetzt. Ebenfalls wird das Vier-Augen-Prinzip beim Visieren von Belegen konsequent durchgesetzt.»

Zusätzlich werden Schulungen der Universitätsangehörigen im Umgang mit dem neuen Spesenreglement durchgeführt sowie ein verbindlicher Verhaltenskodex eingeführt.

Auf Ebene der einzelnen Institute werden die notwendigen Massnahmen von den zuständigen Aufsichtsorganen ergriffen. Weiter heisst es im Schreiben:

«Um es unmissverständlich auszudrücken: Nicht regelkonformes Verhalten wird mit Massnahmen sanktioniert, die von Rückzahlungen bis zu – wo nötig – personalrechtlichen Massnahmen reichen.»

Der Universitätsrat wird im Rahmen seiner Visitationen die Umsetzung kontrollieren.

Kulturwandel nötig

Die Universität ist sich gemäss der Mitteilung bewusst, dass es sich bei diesen Verfehlungen nicht um reine Einzelfälle handle:

«Bereits die Vorkommnisse der vergangenen Monate haben zu Recht zu Kritik geführt. Das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Politik in die Universität hat gelitten.»

Die Universitätsleitung bedauere dies sehr, da unter diesem Vertrauensverlust auch jene grosse Mehrheit der über 3100 Mitarbeitenden der Universität litten, die sich täglich regelkonform und mit grossem Engagement für ihre Universität einsetzten. Im Rahmen der seit 2017 geplanten Revision des Universitätsgesetzes werde es darum gehen, strukturelle Fragen der Governance wie etwa die Stellung der Institute zu regeln. In der Folge schreibt die HSG:

«Es ist der Universitätsleitung zudem klar, dass ein grundsätzlicher Kulturwandel nötig ist.»

In der kommenden Woche will die Universität gemäss eigenen Angaben einen Massnahmenplan vorlegen, welche Probleme bis wann angegangen und gelöst werden sollen. «Es ist der Universität St.Gallen ein fundamentales Anliegen, Exzellenz nicht nur in Forschung und Lehre unter Beweis zu stellen, sondern auch als öffentliche Organisation jederzeit korrekt zu funktionieren», heisst es abschliessend.

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