SPERMAPFUSCH: Kristinas neue Gewissheit

Ihre wahren Eltern hat Kristina V. noch immer nicht gefunden. Wenigstens weiss die Thurgauerin nun, woher diese stammen.

Donat Beerli
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Ist auf der Suche nach ihren biologischen Eltern: Kristina V. aus Arbon. (Bild: pd)

Ist auf der Suche nach ihren biologischen Eltern: Kristina V. aus Arbon. (Bild: pd)

Vor drei Jahren erfuhr Kristina V. (26) aus Arbon, dass ihrer Mutter während der künstlichen Befruchtung eine falsche Eizelle eingepflanzt wurde. Weder die Frau, die sie geboren hat, noch der Mann, den sie jahrelang für ihren Vater hielt, sind in Wirklichkeit ihre biologischen Eltern. Seither sucht die Philosophiestudentin nach ihren wahren Eltern – bisher ohne Erfolg.

Eine Gewissheit hat sie nun: Kristinas Eltern stammen mit grosser Wahrscheinlichkeit aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Um das herauszufinden, hat die Firma «iGENEA» in Baar Kristinas DNA mit Hunderttausenden DNA-Profilen aus der ganzen Welt abgeglichen. «Sie hat ein typisch mitteleuropäisches Profil», sagt «iGENEA»-CEO und Biologin Joëlle Apter. Woher genau sie komme, könne man nicht sagen. «Fest steht, dass sie im Gegensatz zu den zwei Menschen, die sie ihr Leben lang für ihre Eltern hielt, eindeutig nicht serbischer Abstammung ist.» Diese waren in den 80er-Jahren in die Schweiz gekommen und wendeten sich 1990 wegen ihres Kinderwunsches an den Reproduktionsmediziner Herbert Zech in Bregenz. Heute kämpft Kristina vor Gericht dafür, dass Zech die Klinik-Daten aus dieser Zeit herausgibt. Dass das Resultat des DNA-Abgleichs in irgendeiner Weise Auswirkungen auf den Prozess habe könnte, bezweifelt Joëlle Apter. Darum gehe es auch nicht. «Sondern darum, dass Kristina nun zum ersten Mal weiss, woher sie kommt.» Für Kristina selbst ist das Resultat ein unglaublich wichtiger Schritt, endlich ihre ganze Geschichte zu erfahren. «Nun weiss ich, dass ich am richtigen Ort suche», sagt sie.

Sie hat Verwandte in den USA

Einen kleinen Teil ihrer Geschichte hat sie jetzt dank des Tests erfahren. In der Gen-Datenbank von «iGENEA» sind Verwandte von Kristina gefunden worden. Es sind Cousins oder Cousinen zweiten bis vierten Grades, die in den USA leben. Sie hätte sich nähere Verwandte gewünscht, aber es sei ein Anfang, sagt Apter. Sie ist überzeugt: «Kristina braucht Geduld, aber sie wird ihre Eltern finden.»