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SPEEDCUBING: Der richtige Dreh zum Sieg

Alles eine Frage der Logik: Am Wochenende traten 60 Teilnehmer aus dem In- und Ausland zu den ersten Xlingen-Open an. Zwei Tage mit elf Disziplinen und vielen klackenden Zauberwürfeln.
Hana Mauder Wick
Spiel gegen die Zeit: Beim Speedcubing brauchen die Spieler Köpfchen und Können, um die Zauberwürfel zu lösen. (Bild: Andrea Stalder)

Spiel gegen die Zeit: Beim Speedcubing brauchen die Spieler Köpfchen und Können, um die Zauberwürfel zu lösen. (Bild: Andrea Stalder)

Hana Mauder Wick

ostschweiz@tagblatt.ch

Es ist mucksmäuschenstill. Trotzdem tragen die Speedcuber an den Tischen zusätzlich Kopfhörer. «Damit kein Geräusch die Konzentration stört», erklärt Ioannis Papadopoulos. Er hat im Namen des Verbands Swisscube die ersten internationalen Speedcubing-Meisterschaften im Thurgau auf die Beine gestellt. Gegen 60 Teilnehmer aus dem In- und Ausland sind dem Ruf von Ioannis Papapoulos gefolgt. Aktuell sieht er beim «Blind-Cubing» zu. Die Lösung des Zauberwürfels – mit dem Ziel, alle Seiten einfarbig hinzubekommen – ist schon eine knifflige Sache. Es mit verbundenen Augen zu schaffen, ist eine zusätzliche Herausforderung.

Ein Helfer, Scrambler genannt, dreht den Zauberwürfel in einen für jeden Spieler gleichen Mustermix. Der Teilnehmer darf sich dieses Bild einprägen und sich eine Strategie zurechtlegen, bevor er die Augenmaske anlegt. Auf die Würfel, fertig, los: Der Schiedsrichter drückt auf die Stoppuhr. Dann ist nur noch leises Klacken zu hören. Zug um Zug arbeitet sich der Spieler ans Ziel. Drei Versuche sind erlaubt. Eine Stunde ist das Zeitlimit. Je schneller, desto besser. Ach, und übrigens: Zauberwürfel sagt hier kaum einer mehr. Das Ding heisst Rubik’s Cube. Das gehört zum neuen, entstaubten Image des in den 1980er-Jahren so bekannten Würfelpuzzles.

Keine Hexerei, sondern Technik

«Man muss kein Genie sein – ist alles eine Frage der Technik», sagt Bernhard Brodowsky. Der aus Deutschland stammende Informatiker wohnt in Schaffhausen. «Es ist keine Hexerei.» Gern lässt er Laien in seine persönliche Trickkiste blicken. Es gehe darum, einzelne Lösungsschritte zu ordnen und an vertraute Elemente in einem Gedankenraum zu koppeln. Quasi, als würde man in einem Zimmer Gegenstände an den richtigen Ort rücken. Alternativ könne man sich die Farben als Buchstaben vorstellen – und ein Lösungswort ausarbeiten. Mehrere Stunden Training täglich seien schon nötig.

In Kreuzlingen stehen elf Disziplinen – darunter Klassiker wie der 3×3- oder 4×4-Würfel zur Auswahl. Dabei geht es nicht mehr ganz so still zu und her. Die Teilnehmer schauen einander über die Schultern, und zwischen den Durchgängen tauschen sie sich aus über ihre Strategien. In diesen Wettkämpfen werden die Würfel mit zufälligem Mustermix abgedeckt an die Tische gebracht. Der Teilnehmer hat 15 Sekunden Zeit, um sich das Muster einzuprägen. Dann drückt er den Timer, und die Uhr tickt. Der Weltrekord im 3×3-Würfel liegt bei unter sechs Sekunden.

Spass am Trainieren des logischen Denkens

«Wir Cuber reisen gern», sagt Andreas Wagner. Der 22-jährige Physikstudent aus Graz erklärt: «Es geht um die Gemeinschaft.» Etwas Ehrgeiz ist dennoch dabei. Jubel brandet im Saal auf. Theo Mayer aus Uster hat den Rekord im 5×5 gebrochen: 1:08,44. «Es ist jedes Mal neu und anders», sagt Dominik Fürer aus Gossau. «Wir trainieren das logische Denken und haben Spass dabei.»

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