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SPEED-DATING: Berufswahl für St.Galler Kantischüler: Date mit Banker und Psychiater

Dass ein Banker Menschen mögen muss, wie ein Psychiater abschaltet, oder was das Rüstzeug eines Unternehmensberaters ist: Beim «Speed-Dating» können St.Galler Kantonsschüler alles fragen.
Ursula Wegstein
«Kann man von Kunst leben?» wird Bildhauer Hans Thomann von der Kantonsschülerin gefragt. (Bilder: Sabrina Stübi)

«Kann man von Kunst leben?» wird Bildhauer Hans Thomann von der Kantonsschülerin gefragt. (Bilder: Sabrina Stübi)

Ursula Wegstein

ursula.wegstein@ostschweiz-am-sonntag.ch

Das Gedränge auf dem Gang zu den Turnhallen der Kantonsschule am Burggraben St.Gallen ist gross an diesem trüben Märzmorgen. Die einen sehen gespannt aus. Andere wirken noch unsicher oder sind vielleicht etwas aufgeregt. Jeder bekommt ein Namensschild. Schnell wird noch eine Kurznachricht verschickt oder ein Riegel gegessen.

Was will ich einmal werden? Soll ich in die Fussstapfen der Eltern treten, die eigenen Träume verwirklichen oder mich auf die Jagd nach dem grossen Geld begeben? Diese Fragen stellen sich auch Carmen Konrad (17), Sarah Frefel (18) und Hana Abdul Cader (20) beim Berufswahl-Speed-Dating. Mit Berufsbildern im Kopf und einer Handvoll Fragen sind sie zu diesem Anlass gekommen. Die Glocke läutet. Die erste Interviewrunde beginnt.

Verteilt auf zwei grosse Turnhallen befragen 80 Maturanden 40 Rotarier. In Runden von jeweils 15 Minuten können sie in kleinen Gruppen von maximal sechs Schülern an fünf Fachleute ihrer Wahl ihre Fragen zum Berufsalltag stellen. Die Schüler fragen «Wie kann ich Investmentbanker werden?», «Ist man als Psychiater den ganzen Tag am Schwatzen?» oder «Muss man sich als Unternehmensberater auch mit neuen Technologien auskennen?». Die Glocke läutet. Nächste Runde.

Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
Beim Speed-Dating zur Berufswahl bekommen St.Galler Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler einen Einblick in den Berufsalltag von Rotariern. (Bild: Sabrina Stübi)
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Berufswahl: Speed Dating in St.Gallen

Einblick in den konkreten Alltag bekommen

«Es gibt zwar viele Studienführer und Informationsveranstaltungen an Universitäten oder ETH, es fehlt aber oft an konkreten Informationen und Erfahrungen aus dem Berufsalltag, vor allem auch am direkten Kontakt zu aktiven Berufsleuten», sagt der Unternehmer Christoph Meili vom Rotary Club St.Gallen Freudenberg, der den Event zusammen mit zwei weiteren Rotary-Clubs organisiert hat.

Neben Informationen zum Berufseinstieg in Lehrberufe wollte der Rotary-Club auch eine Gelegenheit zum Einblick in akademische Berufe bieten. Daraus ist die Idee zum Berufswahl-Speed-Dating entstanden.

Einige wenige Schüler wissen schon genau, was sie einmal werden möchten. Die meisten sind sich über die Berufswahl noch nicht ganz im Klaren. Während sich die Schüler neben den An­forderungen und dem besten Einstieg in einen Beruf hauptsächlich dafür interessieren, wer gesucht wird, und welche Fähigkeiten es jeweils braucht, machen die Fachkräfte Werbung für ihre Berufe. Wie hoch die Arbeitsbelastung ist, oder wie es möglich ist, Freizeit und Familie mit dem Beruf zu vereinbaren, sind weitere häufige Fragen.

Vertrauen, Abwechslung, Erfüllung und Bestand

«Es ist schön, das Vertrauen zu spüren», sagt der Psychiater. «Unternehmensberatung ist sehr abwechslungsreich. Da gibt es kaum Routine», sagt der Berater. «Als Banker trifft man viele interessante Personen», sagt Walter Ernst. «Wenn man Menschen mag, ist die Arbeit sehr erfüllend». Der Architekt Thomas Lehmann sagt: «Das Schöne ist, dass man seine Bauwerke auch nach Jahrzehnten noch betrachten kann.» Manche rutschen auf ihrem Stuhl auf und ab oder nesteln mit ihren Fingern. Einige machen sich Notizen. Die Glocke läutet zum letzten Mal. Wieder sind 15 Minuten vorbei. Das Berufswahl-Speed-Dating ist zu Ende.

«Was hat es Ihnen gebracht? Hat sich heute der Traumbe- ruf herauskristallisiert?», fragt Christoph Meili in die grosse Runde. Einer traut sich und sagt, dass er gute Einblicke bekommen habe und alle seine Fragen stellen konnte. «Ich habe hier ein realistisches Bild bekommen, wie es wirklich ist», sagt Carmen Konrad. «Jetzt ist mir etwas klarer, in welche Richtung ich gehen will», meint Hana Abdul Cader. «Manches habe ich mir tatsächlich anders vorgestellt», sagt die 18-jährige Sarah Frefel. «Auch wenn ich noch nicht genau weiss, was ich will, so weiss ich jetzt immerhin, was ich nicht will.» Es habe ein reger Austausch stattgefunden, und die Schüler seien interessiert und gut vorbereitet gewesen, so der Organisator Christoph Meili.

Erfüllung finden wichtiger als das Geld

Und welchen Eindruck haben die Fachkräfte gewonnen? «Ich habe mich gewundert, dass niemand nach dem Geld gefragt hat», sagt einer. «Mich hat überrascht, über welche persönliche Reife die Schüler bereits verfügen», sagt der Psychiater Ruedi Osterwalder, ein gefragter Interviewpartner an diesem Tag. «Die Schüler haben sehr präzise Fragen gestellt. Das Hauptthema war, welche Eigenschaften in der Unternehmensberatung gefragt sind», sagt der Unternehmensberater Heinrich Christen.

Und welche Rolle spielt das Geld bei der Berufswahl? Am Tisch mit ein paar Fachkräften kommt die Antwort von Schülerseite, dass Geld überhaupt keine Rolle spiele, sondern es wichtiger sei, dass die Arbeit Erfüllung bringe. An einem anderen Tisch sind sich alle einig, dass Geld insofern relevant sei, als man so viel davon haben müsse, dass man nicht mehr darüber nachzudenken brauche.

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