Morgen in der ZeitungNur wenige Frauen besetzen Kaderpositionen in der Ostschweiz

Die Stadt Bern macht es vor: In der Verwaltung sollen bald 35 Prozent der Kaderpositionen mit Frauen besetzt sein. Die SP wittert Morgenluft und fordert Frauenquoten auch für andere Städte. In der Ostschweiz ist das aber kein Thema.

Jürg Ackermann
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Exotin: Frau in der Chefetage. (Bild: ky)

Exotin: Frau in der Chefetage. (Bild: ky)

Die Stadtratswahlen vom vergangenen Wochenende haben es gezeigt: Frauen bleiben in der Politik eine Minderheit. In den Parlamenten von St. Gallen, Gossau und Wil machen sie nur etwas mehr als einen Viertel aus, das ist deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den Chefetagen von Unternehmen und in der Verwaltung. So sind in der Stadt St. Gallen nur rund 20 Prozent aller Kaderpositionen von Frauen besetzt. Nicht viel anders sieht es in Frauenfeld aus. Dennoch sind Frauenquoten in der Ostschweiz nicht salonfähig. Für den Frauenfelder Stadtammann Carlo Parolari (FDP) kommt das «absolut nicht in Frage». Er habe eine Verpflichtung, gerade auch der Bevölkerung gegenüber, jeweils die geeignetste Person einzustellen – unabhängig vom Geschlecht.

In der Politik mehren sich jedoch die Stimmen, die das ändern wollen. Die SP hat gestern auf nationaler Ebene verschiedene Vorstösse eingereicht, die Frauenquoten in börsenkotierten Unternehmen und in der Verwaltung verlangen. Zuvor hatten bereits die FDP-Frauen eine Verweiblichung der Chefetagen gefordert.

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