SPAM: Gefälschter Hilferuf eines Politikers

Aktuell macht ein E-Mail mit betrügerischem Inhalt die Runde. Im Absender steht die Adresse eines Thurgauer Politikers. Sein Benutzerkonto wurde offenbar gehackt.

Rossella Blattmann
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Das gelbe E-Mail-Icon blinkt auf. «Sie haben eine neue Nachricht in Ihrem Posteingang.» Anklicken, Nachricht öffnen – ein Spam-Mail. Im Moment zirkuliert in der Region ein E-Mail mit dem Betreff «Hilfe», die den Empfänger auffordert, dem Sender eine Summe von 2000 US-Dollar zu leihen.

Brisant: der Absender der Spam-Mail ist nicht etwa erfunden, sondern real. Es ist die E-Mail-Adresse eines Thurgauer CVP-Politikers, der anonym bleiben möchte. Gestern, am frühen Abend, bestätigt der Mann, dass bereits mehrere Personen aus seinem nahen Umfeld das betrügerische E-Mail, das er nicht gesendet hat, erhalten haben.

In solchen Fällen ist Vorsicht geboten

Wer tatsächlich dahinter steckt, ist nicht bekannt. Fakt ist, dass der anonyme Sender die Identität des Politikers missbraucht hat. In der Nachricht schreibt die Person, sie sei ohne Geld, Kreditkarte oder Pass in Kiew, und benötige dringend auf schnellstem Weg 2000 Dollar. Die Summe sei am besten mittels Western Union zu überweisen.

Wie Mario Christen, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau auf Anfrage sagt, sei in solchen Fällen Vorsicht geboten. Die Kantonspolizei rate jeweils, sich als erstes beim Absender der E-Mail telefonisch oder persönlich zu vergewissern, ob er die Nachricht auch abgeschickt habe. «Wenn es sich tatsächlich um einen Betrug handelt, dann unbedingt die Nachricht löschen und in den Spam-Ordner verschieben» fügt Christen hinzu. Links oder angehängte Formulare seien zudem auf keinen Fall anzuklicken oder auszufüllen.

Dies ist nicht der erste Fall im Thurgau, in dem die Identität eines Politikers zu betrügerischen Zwecken missbraucht wird. Im Mai 2012 wurde das E-Mail Konto des Amriswiler Kantonsrats Josef Brägger (Grüne) gehackt.

Rossella Blattmann

rossella.blattmann@ thurgauerzeitung.ch