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Späte Rehabilitation

Ehrenrettung «Die Schweiz kann nicht und darf nicht ihre Verantwortung leugnen», sagte Bundesrat Schneider-Ammann zur jüngsten Ehrung Grüningers. Das Land hatte sich lange schwergetan, den Flüchtlingsretter zu würdigen. 1993 rehabilitierte die St. Galler Regierung Grüninger politisch, 1994 veröffentlichte der Schweizer Bundesrat eine Ehrenerklärung für den Polizeikommandanten. 1995 wurde Grü­ninger auch vom Bezirksgericht St. Gallen in einer Wiederaufnahme des Prozesses freigesprochen und juristisch rehabilitiert. International war Grüninger längst geehrt worden: 1971 wurde er in die Liste der Gerechten unter den Völkern aufgenommen. Inzwischen sind Strassen und Plätze in St. Gallen, Stuttgart, Kirjat Ono und Jerusalem sowie eine Schule in Wien nach ihm benannt. Ebenfalls wurde 2012 die Brücke über den Alten Rhein zwischen Diepoldsau und Hohenems nach Grüninger benannt. Und 2014 brachte sogar die St. Galler Kantonspolizei eine Tafel zu Ehren ihres einst unehrenhaft entlassenen, aber couragierten Kommandanten an. (sda/mel)

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