SP nimmt Vergabe von HSG-Lehrstühlen unter die Lupe

Dass an der HSG nicht mehr Professorinnen lehren, bedauert Laura Bucher, Co-Fraktionspräsidentin der SP-Grünen im Kantonsrat. Die SP werde sich deshalb das Berufungsverfahren genauer ansehen - und falls nötig den politischen Druck erhöhen. 

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Die Universität St.Gallen bemüht sich um Frauen, hat bei der Berufung auf Professorenstellen aber noch Nachholbedarf, findet die SP.

Die Universität St.Gallen bemüht sich um Frauen, hat bei der Berufung auf Professorenstellen aber noch Nachholbedarf, findet die SP. 

Benjamin Manser

(oh) Laura Bucher, St.Galler Kantonsrätin, Co-Fraktionspräsidentin SP-Grüne und Juristin am Bundesverwaltungsgericht, sagt zur Situation der Frauen an der Universität St.Gallen: «Es ist grundsätzlich bedauerlich, dass der Frauenanteil bei den Professuren an der HSG nicht höher ist.» Die Frauen haben zurzeit 20 Prozent der Professuren an der Uni inne (Ausgabe vom Freitag). Angesichts des Frauenanteils bei Studierenden und Doktorierenden gebe es definitiv Nachholbedarf, so Bucher.

«Im konkreten Fall standen für die Berufung offensichtlich drei Frauen zur Auswahl, welche die erforderliche Qualifikation mitgebracht haben. Für uns ist nicht recht erklärbar, warum die Uni nun ihrem immer wieder geäusserten Ziel, den Frauenanteil zu erhöhen, nicht nachlebt.» Ohne die Umstände des Einzelfalls zu kennen, könne man die Situation jedoch von aussen nicht abschliessend beurteilen.

Braucht es ein externes Assessment?

Die SP nehme dies zum Anlass, sich nun eingehend über die Berufungsprozesse zu informieren und dann zu entscheiden, ob es mit Blick auf die Revision des Universitätsgesetzes politischen Druck für eine Veränderung brauche. «Möglich wäre, dass die Universität in einem ersten Schritt selbst erhebt, ob das aktuelle Bewerbungsverfahren Frauen eher benachteiligt», sagt Laura Bucher.

Anschliessend sei zu überlegen, ob mögliche Fehlanreize durch eine Veränderung der Prozesse erreicht werden könnten. Beispielsweise, indem ein externes Assessment durchgeführt würde. Neben Fachkompetenz brauche es bei Berufungen auch pädagogisch-didaktisches Vermögen und Führungsqualitäten. Die SP-Frauen hatten zuletzt im Juni 2019 von der HSG die Einführung eines Lehrstuhls für feministische Ökonomie gefordert.