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SORGENTELEFON: Immer mehr Ostschweizer wählen "143"

Dank eines Systemwechsels kann die Dargebotene Hand mehr Anrufe entgegennehmen. Die meisten Hilfesuchenden rufen wegen Alltagsproblemen und psychischen Leiden an.
Dinah Hauser
Hinweistafel der Dargebotenen Hand. (Bild: Urs Bucher)

Hinweistafel der Dargebotenen Hand. (Bild: Urs Bucher)

Dinah Hauser

dinah.hauser@tagblatt.ch

Die Dargebotene Hand verzeichnet in der Ostschweiz mehr nächtliche Anrufe. Grund ist der Zusammenschluss mit anderen Regionalstellen in der Schweiz, die mehr städtische Gebiete umfassen. Details zur Gebietsauf­teilung gibt die Fachstelle allerdings nicht bekannt. Klar ist aber: Durch den Zusammenschluss entstehen Unschärfen in der Statistik. Diese seien nicht gravierend, da die Themen in jeder Region ähnlich sind.

"Man kann nicht bestimmte Themen nur der Ostschweiz zuordnen", sagt Nicole Zeiter, Leiterin der Geschäftsstelle Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein. Die Umstellung hat aber höhere Anforderungen an die Ostschweizer Regionalstelle zur Folge: Das Volumen der nächtlichen Anrufe auf die Nummer 143 ist gestiegen, die freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind rund um die Uhr gefordert.

Körperliche Leiden, Spitex, Medikamente

Nach den Gesprächen mit den Anrufenden geben die Mitarbeitenden die angesprochenen Themen für die statistische Erfassung an. Dabei sind bis zu drei Nennungen möglich. Am häufigsten sind Alltagsbewältigung und psychische Leiden. Laut Geschäftsstellenleiterin Zeiter sind diese beiden Themen nahe beieinander, denn "oftmals sind es Leute mit psychischen Belastungen, die mit der Bewältigung des Alltags Mühe haben". Einfache Dinge wie die tägliche Arbeit oder Konflikte mit Nachbarn können diesen Personen unglaublich viel schwerer fallen.

Zusammengenommen betragen diese beiden Themen fast 40 Prozent der Gespräche (siehe Grafik). Ein weiteres Thema sind körperliche Leiden. "Vielfach sind dies ältere Personen oder Leute, die Operationen hinter sich haben, die sich mit einem solchen Anliegen melden." Vielfach gehe es etwa um die Spitex oder Medikamente. Viele der ­Anrufer mit psychischen oder körperlichen Leiden seien in ärztlicher Behandlung oder hätten ­bereits eine Bezugsperson. "Manchmal möchten sie einfach mit einer aussenstehenden Person über die Probleme sprechen und rufen deswegen an", sagt Zeiter. Es gäbe auch Anrufer, die sich mehrmals täglich meldeten. Diesen fehle oft ein Bezugssystem. "Früher wurden solche Leute in der Gesellschaft mitgetragen und man traf sie beispielsweise in der Dorfbeiz an." Heute gingen diese Leute unter und fänden nur schwer Anschluss. "Vielfach wünschen sich Anrufer ein persönliches Verhältnis zu den Mitarbeitenden. Dies können wir ihnen jedoch nicht bieten."

Mehr Gespräche dank neuem System

Vor rund vier Monaten hat die Dargebotene Hand Ostschweiz und Fürstentum Liechtenstein auf Internettelefonie umgestellt. Dank des Verbunds mit anderen Regionalstellen konnte die Zahl der angenommenen Anrufe erhöht werden. Das neue System, das sich noch in der Testphase befindet, leitet Anrufe automatisch an die nächste freie Stelle weiter; Gespräche müssen nicht mehr aufgeschoben werden.

Bild: sbu

Bild: sbu

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