SONNTAGSVERKAUF: Keine Einkäufe in letzter Minute

Da Heiligabend dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, bleiben die meisten Geschäfte in der Ostschweiz geschlossen. Gewerkschaften begrüssen das. Dafür bleiben Einkaufszentren am Vortag länger offen.

Hannah Göldi
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Dürfte auch dieses Jahr wieder ähnlich aussehen: die Multergasse in St. Gallen ein paar Tage vor Heiligabend. (Bild: Urs Bucher (20. Dezember 2015))

Dürfte auch dieses Jahr wieder ähnlich aussehen: die Multergasse in St. Gallen ein paar Tage vor Heiligabend. (Bild: Urs Bucher (20. Dezember 2015))

Hannah Göldi

hannah.goeldi@tagblatt.ch

Für Angestellte im Detailhandel sind die Adventswochen besonders stressig. Teils pausenlose Schichten, Sonntagsverkäufe und längere Arbeitszeiten gehören im Dezember zum Alltag. Dieses Jahr fällt der 24. Dezember aber auf einen Sonntag, sodass auch Detailhändler an Heiligabend bereits tagsüber frei haben. Der Kanton St. Gallen und der Kanton Thurgau haben den Sonntagsverkauf an Heiligabend verboten. «Man sollte Sonntagsverkäufe ohnehin auf das Minimum reduzieren, deshalb begrüssen wir die Entscheidung der Kantone», sagt Stefan Brülisauer, Sektionsleiter der Gewerkschaft Unia. Geschäften in Appenzell Innerrhoden hingegen ist es erlaubt, an allen Sonntagen während der Adventszeit geöffnet zu sein. Im Kanton Graubünden dürfen Geschäfte mit Bewilligung auch an Heiligabend offen bleiben.

Kompromisse im Gewerbe

Somit haben alle grösseren Einkaufszentren in der Region, abgesehen vom Fashion Outlet in Landquart, an Heiligabend geschlossen. Wie gewohnt wird es aber zwei Sonntagsverkäufe geben: In der Stadt St. Gallen am 10. und am 17. Dezember. Auch die Shopping Arena und das Karussell in Kreuzlingen werden an diesen Tagen offen sein. «Zwei Sonntagsverkäufe im Dezember sind gefragt, das ist schon seit etwa 15 Jahren so», sagt Ralph Bleuer von Pro City.

Damit Weihnachtsgeschenke doch noch auf den letzten Drücker besorgt werden können, haben viele Geschäfte am Samstag vor Weihnachten länger geöffnet. In der Stadt St. Gallen haben Geschäfte am 23. Dezember bis 20 Uhr offen, die Shopping Arena, das Karussell und das Lago in Konstanz bis 22 Uhr.

Die Unia findet das sogenannte «Night-Shopping» am 23. Dezember übertrieben. «Es wäre doch schön für Verkäufer, wenn sie auch mal eine besinnliche Zeit hätten», sagt Stefan Brülisauer. Aus diesem Grund wird die Gewerkschaft am kommenden Donnerstag eine Petition bei der Shopping Arena einreichen – mit Unterschriften der Angestellten des Einkaufszentrums. Die Petition fordert, dass die Shopping Arena ihre Türen am 23. Dezember bereits um 19 Uhr, statt wie geplant um 22 Uhr schliesst. «Wie weit wollen wir es denn noch treiben?», fragt Brülisauer. Es sei nachvollziehbar, dass Geschäfte profitieren wollen, aber es brauche eine gewisse Harmonisierung.

Streitigkeiten im Thurgau

Im Thurgau gab es bereits im vergangenen Jahr Streitigkeiten wegen Sonntagsverkäufen. Verschiedene Geschäfte wollten im Dezember an drei Sonntagen geöffnet haben und zusätzlich an den ersten zwei Sonntagen des neuen Jahres. Nachdem die Gemeinden die insgesamt fünf aufeinanderfolgenden Sonntagsverkäufe bewilligt hatten, griff der Kanton ein, um den Verkaufsmarathon zu verhindern.