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Kolumne

Sollen die St. Galler den Nachtrag zur Berufsbildung annehmen?

Mit der Kantonalisierung im Jahr 2002 wurde das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen für die Berufsfachschulen zuständig, ohne dass die Rolle der Berufsfachschulkommissionen überprüft worden wäre. Seither überlagern sich die Aufgaben von Kommissionen und Amt. Die Argumente Pro und Contra vor der Abstimmung am 25. November.

Pro
Sowohl die vorberatende Kommission als auch der Kantonsrat haben der Gesetzesvorlage mehrheitlich zugestimmt. Eine unheilige Allianz zwischen CVP und SP hat mit ganz unterschiedlichen Beweggründen das Ratsreferendum ergriffen. Es geht um ein neues Organisationsmodell für die Berufsbildung im Kanton St. Gallen. Vor über 15 Jahren wurden die Berufsfachschulen kantonalisiert, ohne gleichzeitig die Organisationsstrukturen anzupassen. Deshalb kommt es immer wieder zu Problemen und Konflikten zwischen Bildungsdepartement, dem Amt für Berufsbildung sowie den Berufsfachschulen beziehungsweise den zugehörigen Berufsfachschulkommissionen. Unter Beizug externer Experten wurden in den letzten sechs Jahren eine Situationsanalyse durchgeführt und mehrere Organisationsmodelle entwickelt und beurteilt.

Christoph Gull, Kantonsrat SVP

Christoph Gull, Kantonsrat SVP

Die Berufsbildung basiert auf dem Zusammenspiel von Bund, Kantonen und den Branchen- und Berufsverbänden. Der Bund ist der Gesetz­geber, die Kantone sind verantwortlich für den Vollzug. Das von Regierung und vorberatender Kommission vorgeschlagene Organisationsmodell eliminiert die Schwachstellen. Zudem ist gewährleistet, dass die Umsetzung des Bundesgesetzes für die Berufsbildung durch das zuständige Amt effizient und im ganzen Kanton einheitlich erfolgt. Die Berufsfachschulkommissionen werden beibehalten und erhalten zusätzliche Aufgaben und Kompetenzen dort, wo es Gestaltungsspielraum gibt, beispielsweise in der Qualitätsentwicklung oder im Weiterbildungsangebot der einzelnen Schule.

Contra
Die CVP lehnt den von der Regierung vorgeschlagenen Nachtrag zum Berufsbildungsgesetz ab: Er bläht die Verwaltung auf, schafft die Miliz ab, schwächt das Erfolgsmodell duales Bildungssystem, ist gewerbefeindlich und ein weiterer Schritt Richtung Zentralisierung. Die CVP will die Führung der Berufsfachschulen weiterhin bei Milizgremien aus Vertretern von Gewerbe, Gesellschaft und Politik belassen sowie dem Amt eine Stabs- und Aufsichtsfunktion zuweisen. Eine solche Organisation passt zur Struktur unseres Kantons und kann bundesgesetzeskonform umgesetzt werden.

Peter Göldi, Kantonsrat CVP. (Bild: Regina Kühne)

Peter Göldi, Kantonsrat CVP. (Bild: Regina Kühne)

Die Regierung will die Berufsfachschulen zentralistisch führen. Den Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft in den Berufsfachschulkommissionen verbliebe lediglich die Funktion als Führungsgehilfen. Wer dieser Vorlage zustimmt, überträgt die Führung unseres bewährten dualen Berufsbildungssystems der Verwaltung und hält Wirtschaft, Gesellschaft und Politik von der Berufsfachbildung fern. Die Verwaltung kann jedoch die Verknüpfungen zwischen Wirtschaft und Berufsfach­schulen nicht ersetzen.

Die aktuelle Führungsstruktur der Berufsfachschulen erfordert eine Reform. Der vorliegende Gesetzesnachtrag ist aber eine Verschlimmbesserung, weil er genau diesen Makel – eine zweigeteilte Führung – nicht aufhebt. Es ist eine Scheinlösung. Die CVP sagt Nein zu diesem Nachtrag, weil er fachlich, finanziell und demokratisch eine Verschlechterung gegenüber der heutigen Situation ist. Gefährden wir das bewährte duale Bildungssystem nicht!

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