Interview

«Solidarität hat viele Gesichter»: Sagt Ursula Waldburger, selbstständige Stickerin

Die gebürtige Kalifornierin lebt und arbeitet in Arbon.

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Ursula Waldburger ist studierte Textildesignerin und arbeitet als Stickerin.

Ursula Waldburger ist studierte Textildesignerin und arbeitet als Stickerin.

Bild: Ralph Ribi

Ursula Waldburger aus Arbon leidet als selbstständige Stickerin unter der Coronakrise. Aufträge bleiben aus. Entmutigen lässt sie sich aber nicht. Die 57-Jährige appelliert an die Solidarität.

Kommen sie in der aktuellen Lage gut über die Runden?

Eigentlich nicht. Es geht von einem Auftrag zum nächsten. Wenn so etwas wie das Coronavirus kommt, dann bin ich am Limit. Ich hatte das Glück, gleich zu Beginn einige solidarische Aufträge zu bekommen. Da mein Arbeitsplatz zu Hause ist, kann ich anderen Betrieben zwischenzeitlich helfen, ihre Aufträge herauszubringen. Das alles motiviert sehr. Langweilig wird mir sowieso nicht.

Was ist ihnen besonders wichtig bei ihrer Arbeit?

«Die Möglichkeit, mich durch meine Arbeit auszudrücken»

Das ist etwas sehr Persönliches. Auch ist es mir wichtig, Qualität zu liefern. Ich produziere ausschliesslich in der Schweiz und achte nicht darauf, dass die Rechnung für mich stimmt.

Wie kommen Sie auf die Ideen auf ihren Stickereien?

Ideen sind überall. Sei’s ein Schatten des Wassers gespiegelt auf meiner Wand. Bereits wenn mir jemand was erzählt, habe ich die Bilder im Kopf. Ich bin eine konstante Entwurfsmaschine. Als Gestalterin übe ich mich darin Trends früh zu erkennen.

Wie kamen Sie zum Sticken?

Ich absolvierte eine Ausbildung in Textildesign an der Hochschule für Gestaltung in Zürich. Das Sticken wurde dort nur kurz angeschaut. Es reichte jedoch aus, um mein Interesse zu wecken. Ich hatte aber das Gefühl, dass da mehr drin liegt und wollte etwas tun, was noch Spielraum hat.

Was wollen Sie den Leuten in dieser schwierigen Zeit gerne mitgeben?

Sich nicht entmutigen zu lassen. Von denen, die es sich erlauben können, würde ich mir wünschen, dass sie sich vielleicht jetzt schon etwas gönnen, das sie erst vor Weihnachten kaufen würden. Gerade lokale Kleinbetriebe, Handwerker und Gestalter sind jetzt mehr denn je darauf angewiesen.

«Solidarität hat viele Gesichter»

Mit einem kleinen Geschenk macht man so gleich dreimal Freude. (lub)