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Sohn gelähmt – Eltern verurteilt

Das Kreisgericht in Mels hat ein Elternpaar wegen Körperverletzung verurteilt. Die Eltern hatten ihren Sohn falsch ernährt. Als er krank wurde, riefen sie den Arzt so spät, dass der Knabe beinahe gestorben wäre. Heute sitzt er im Rollstuhl.
Reinhold Meier

Mels. Der lebensbedrohliche Zustand des Kindes war durch die verhängnisvolle Kombination einer langjährigen Fehlernährung mit einer Diphtherie eingetreten. Dies, weil die Eltern selbst keine Medikamente nehmen und folglich auch das Kind nicht geimpft hatten und weil sie als Veganer leben und damit eine entsprechende Mangelernährung beim Kind in Kauf nahmen.

Der damals 7jährige Knabe war daher über Wochen hinweg immer kränklicher geworden und hatte zuletzt nur noch auf dem Rücken gelegen, ohne sich selbst wenden zu können. Selbst als er schliesslich die Nahrung verweigerte, hätten bei den Eltern noch keine Alarmglocken geschrillt, hielt die Anklage fest. Erst nachdem die Atmung aussetzte, hätten sie dann endlich einen Notruf getätigt.

«In akuter Lebensgefahr»

Die Ambulanz fand das Kind bewusstlos mit akutem Zusammenbruch des Herz-Kreislauf-Systems vor. Gutachten hielten später fest, dass es ohne sofortige Hilfe gestorben wäre. Die Mangelernährung habe zudem zu Ausfallerscheinungen des Nervensystems, der Sinnesorgane, der Muskeln und Knochen geführt.

«Absicht hat gefehlt»

Die vollständige Genesung des heute 9jährigen Knaben ist laut Anklage unwahrscheinlich. Er dürfte wohl auf Dauer querschnittgelähmt bleiben.

Die Anklage warf den Eltern vorsätzliche und schwere Körperverletzung vor und forderte 24 Monate Freiheitsstrafe, bedingt auf zwei Jahre. Die Verteidiger beider Beschuldigter plädierten hingegen auf Freispruch. Dabei machten sie geltend, dass kein Vorsatz zur Körperverletzung vorliege. Zwar sei der lebensbedrohliche Zustand des Sohnes unbestritten. Doch habe der Wille und die Absicht gefehlt, diesen Zustand bewusst herbeiführen zu wollen.

Zwei Jahre Gefängnis

Die Verteidigung kritisierte ferner, dass das medizinischen Gutachten, das eine dauerhafte Lähmung des Jungen vorhersage, veraltet sei. Anträge auf eine Neubegutachtung seien aber vom Gericht abgelehnt worden. Sie betonte ferner, die Eltern seien sich subjektiv sicher gewesen, dem Kind nicht zu schaden. Im übrigen seien sie mit den Folgen ihres Tuns selbst massiv belastet. Daher sei von einer Bestrafung abzusehen.

Das Gericht schloss sich dem nicht an. Es gelangte zu einem Schuldspruch und verhängte 23 Monate Gefängnis, bedingt auf zwei Jahre. Es stellte zudem die Haftung der Eltern für alle Schäden aus ihrer Tat sowie die Haftung für eine noch zu beziffernde Genugtuung fest.

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