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Nach Heidi Hanselmanns Rücktritt: Mit wem will die SP ihren zweiten Sitz in der Regierung verteidigen?

Fredy Fässler will Regierungsrat bleiben. Sonst ist in der St.Galler SP noch wenig klar.
Andri Rostetter und Regula Weik
Im Frühling 2020 sind drei Sitze im Regierungsrat neu zu besetzen.

Im Frühling 2020 sind drei Sitze im Regierungsrat neu zu besetzen.

Es war eine Art Schweigegelübde, das sich die SP auferlegt hat: Am Tag, als Heidi Hanselmanns Rücktrittspläne bekannt werden, soll in der Partei niemand über die Nachfolge spreche. Es soll ganz und gar Hanselmanns Tag werden. Mit Würdigung ihrer Laufbahn, ihrer Verdienste, ihrer Erfolge. Jetzt ist die Schonfrist vorbei. Wer Ambitionen auf Hanselmanns Posten hat, darf Position beziehen.

Freddy Fässler soll nicht der einzige Sozialdemokrat in der Regierung bleiben. (Bild: PD)

Freddy Fässler soll nicht der einzige Sozialdemokrat in der Regierung bleiben. (Bild: PD)

Tags darauf hört man allerdings nur einen Namen: Fredy Fässler. Der Parteifreund von Hanselmann will in der Regierung bleiben. Fässler wird nächstes Jahr zwei Legislaturen hinter sich haben, eine dritte soll es also mindestens werden. Er soll aber nicht der einzige Sozialdemokrat in der Regierung bleiben. Die SP will den zweiten Sitz verteidigen. «Es ist aus der Sicht der Partei entscheidend, dass sämtliche Bevölkerungsgruppen dieses Kantons in der Regierung angemessen vertreten sind», schreibt die Partei in einem Communique. Mit wem sie das tun will, bleibt offen. Die Wahlkreisparteien können ihre Kandidaten bis am 7. November der Parteileitung melden. Die Geschäftsleitung wird dann einen Wahlvorschlag formulieren. Noch in diesem Jahr soll an einem ausserordentlichen Parteitag entschieden werden, wer für die Regierung kandidiert.

Wer ist etabliert? Wer hat das richtige Alter?

Bettina Surber, Co-Fraktionspräsidentin.

Bettina Surber, Co-Fraktionspräsidentin.

Schon ein kurzer Blick auf das Personal der St.Galler Sozialdemokraten zeigt, dass die Möglichkeiten begrenzt sind. Es gibt wenige, die für das Regierungsamt in Frage kommen. Erfahrung, Verfügbarkeit, Alter, Geschlecht, Aussenwahrnehmung, Position in der Partei – diverse Faktoren spielen mit, wenn es um eine Kandidatur für die Exekutive geht. Naturgemäss ist das Raster in der ersten Phase der Kandidatensuche noch ziemlich grob. Es geht vorerst nur darum, wer genug etabliert und im entsprechenden Alter ist – und allenfalls Ambitionen hat. In der SP landet man schnell bei drei Namen: Laura Bucher, Bettina Surber, Dario Sulzer. Alle drei sind jung beziehungsweise alt genug (zwischen 35 und 40), erfahren genug, gehören zur Parteielite und haben aktuell eine Führungsposition.

Dass niemand aus diesem Trio offen über seine Ambitionen redet, ist zumindest ein Zeichen, dass Interesse am Amt vorhanden ist. Bettina Surber sagt auf Anfrage: «Es gibt verschiedene Personen in der Partei, die in Frage kommen.»

Laura Bucher, Co-Fraktionspräsidentin

Laura Bucher, Co-Fraktionspräsidentin

Dario Sulzer, Stadtrat Wil.

Dario Sulzer, Stadtrat Wil.

Mehr ist von ihr nicht zu erfahren. Auch Laura Bucher erklärt: «Es ist noch alles offen.» Sulzer ist gar nicht erst erreichbar. Auch eine Rückfrage bei Parteipräsident Max Lemmenmeier schafft kaum Klarheit. Auf die Frage, ob Männer ihre allfälligen Ambitionen begraben können, winkt Lemmenmeier zumindest ab. «Selbstverständlich können sich auch Männer bewerben.» Ansonsten lässt sich der Präsident nichts entlocken.

FDP-Entscheid nächste Woche

Dass die SP ihr Kandidaten-Schaulaufen noch etwas hinauszögert, dürfte nicht zuletzt taktische Gründe haben. Mitte nächste Woche entscheidet die FDP, mit wem sie den Sitz des zurücktretenden Regierungsrats Martin Klöti verteidigen will. Der mediale Fokus dürfte sich vorerst auf diese Personalie richte – zumindest nach den eidgenössischen Wahlen. Auch die CVP hat nächsten Frühling einen Regierungssitz neu zu besetzen, jenen von Finanzchef Benedikt Würth. Die Partei hat sich bislang dazu nicht geäussert.

Die SVP, die vierte Regierungspartei, hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass sie im Frühling einen zweiten Sitz anstrebt.

Der Entscheid, wem die Partei dies zutraut, fällt Ende Oktober. Ein Name steht bei der SVP schon länger in der ersten Reihe, wenn es um aussichtsreiche Kandidaturen geht, jener von Esther Friedli, Leiterin des Sekretariats der Kantonalpartei.

«Wir schauen auf unsere eigene Person»

Sollten die bürgerlichen Parteien CVP, FDP und SVP tatsächlich je mit einer Kandidatin ins Regierungsrennen steigen, würden dies den Druck auf die SP mindern, ebenfalls eine Frau zu portieren? Dazu der Parteipräsident: «Wir schauen nicht auf die andern. Wir schauen auf unsere eigenen Personen und werden uns für die beste Kandidatur entscheiden.» Derzeit ist laut Lemmenmeier noch offen, ob dem Parteitag eine Einer- oder eine Zweierkandidatur präsentiert wird.

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