So wenig Verkehrsunfälle im Kanton St.Gallen wie noch nie zuvor – leichte Zunahme bei tödlichen Unfällen

Die Kantonspolizei St.Gallen hat die Verkehrsunfallstatistik 2019 präsentiert: Es wurde ein Rekordtief an Verkehrsunfällen verzeichnet.

Drucken
Teilen
Am meisten Unfälle gibt es im Januar und an Freitagen: Auf dem Bild ein Selbstunfall im Burgstock.

Am meisten Unfälle gibt es im Januar und an Freitagen: Auf dem Bild ein Selbstunfall im Burgstock.

Kapo SG

(kapo/chs) «Im Jahr 2019 kam es zu so wenigen Verkehrsunfällen wie noch nie zuvor», das teilt die St.Galler Kantonspolizei mit. Mit insgesamt 15 verstorbenen Personen ist im Gegensatz zum letzten Jahr jedoch eine leichte Zunahme zu verzeichnen.

Kapo SG

Meist sei es auf Haupt- und Nebenstrassen im 50 km/h-Bereich zu Kollisionen gekommen, weshalb sich die Kantonspolizei St.Gallen in puncto Geschwindigkeitsmessungen auch im nächsten Jahr auf den Innerorts-Bereich fokussieren werde.

Im Januar und an Freitagen geschahen statistisch gesehen die meisten Unfälle. Darin waren vor allem Personen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren verwickelt, wobei es sich meist um Schleuder- oder Selbstunfälle handelte.

Mehr Unfälle unter Einfluss von Betäubungsmitteln

Insgesamt nahmen die Unfälle unter Alkoholeinfluss zwar ab, jedoch musste eine Zunahme der Unfälle unter Betäubungsmitteleinfluss registriert werden. Zeitlich betrachtet geschehen die Unfälle unter Drogen (mit Personenschaden) meist in der Nacht oder am frühen Morgen. Die Unfallverursacher sind zwischen 18 und 44 Jahre alt und männlich.

Hauptgrund für Unfälle war aber auch die Geschwindigkeit. «Die Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit haben 2019 deutlich zugenommen, dies gilt auch für die Anzahl Personenschäden.» Zu schnell gefahren wurde 2019 rund um die Uhr, ein Schwerpunkt sei tagsüber festzustellen. Laut Kantonspolizei sind die zu schnellen Fahrer hauptsächlich zwischen 18 und 64 Jahre alt. «Etwa ein Drittel sind Frauen, der Rest sind Männer.»

Kapo SG

Kapo SG

Zunahme von Unfällen auf dem Schulweg

Die Unfälle auf Fussgängerstreifen haben 2019 deutlich abgenommen. Ist es doch zu einem Vorfall gekommen, so war dieser meist auf das unvorsichtige Überqueren der Fahrbahn zurückzuführen, wobei am meisten Kinder bis zum Alter von 14 Jahren involviert waren.

Diesbezüglich wurde eine Zunahme von Unfällen auf dem Schulweg verzeichnet. «Das Missachten des Vortritts, Nichtgewähren des Vortritts auf dem Trottoir und anderes Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer (auch der Schüler selbst) führten zu diesen Unfällen», so die Polizei. Bei rund einem Drittel der Unfälle war das Verhalten der Kinder ursächlich für den Unfall.

Weniger Unfälle mit Wildtieren, dafür mehr mit E-Bikes

Abgenommen hat hingegen die Anzahl Wildtierunfälle. Wie den Zahlen zu entnehmen ist, sind Rehe, Füchse und Dachse am häufigsten durch den Strassenverkehr gefährdet.

Kapo SG

Erneut angestiegen sind E-Bikes-Unfälle. Besonders auffällig war hierbei, dass die Mehrheit der Involvierten keinen Helm trug.

Kapo SG
Mehr zum Thema