Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

So weit entfernt ist Ihr nächstes Spital

Im Kanton St. Gallen sollen von neun Spitälern noch vier übrig bleiben. Dadurch verlängerten sich die Anfahrtswege für zahlreiche Patienten und Besucher. Am härtesten träfe es jene Gemeinden, deren Regionalspitäler bedroht sind.
Michael Genova

Dies ist ein Artikel der "Ostschweiz am Sonntag". Die ganze Ausgabe lesen Sie hier.

  • Seit 2003 sind das Kantonsspital St. Gallen und die acht Regionalspitäler in vier Spitalverbunden unter einem gemeinsamen Verwaltungsrat organisiert. Im Rahmen der Netzwerkstrategie stellen die Regionalspitäler die wohnortnahe Grundversorgung sicher und spezialisieren sich auf einzelne medizinische Disziplinen.
  • Die Credit Suisse untersuchte 2013 in einer Studie die Erreichbarkeit von Schweizer Spitälern. Sie kam zum Ergebnis, dass trotz der schwierigen Topografie in der Schweiz 99,8 Prozent der Bevölkerung ein Allgemeinspital mit dem Auto innerhalb von 30 Minuten erreichen können. Immer noch 94 Prozent der Bevölkerung sind in der Lage, ein Spital sogar innerhalb von 15 Minuten zu ­erreichen. Auch in vielen Ostschweizer Gemeinden ist gemäss Studie das nächste Spital nicht mehr als 15 Autominuten weit entfernt.
  • Zu einem ähnlichen Schluss gelangt die Credit Suisse bei der Analyse der Spitaldichte. Knapp drei Viertel der Schweizer Bevölkerung können im Radius von einer halben Stunde unter acht oder mehr Spitälern auswählen.
  • In der Schweiz gibt es zurzeit knapp 300 Spitäler, Reha- und Psychiatriekliniken. Gesundheitsökonomen und Politiker haben die im internationalen Vergleich hohe Spitaldichte wiederholt kritisiert. So vertrat der ehemalige Bundesrat Pascal Couchepin die provokative These, dass es in der Schweiz nur 40 Spitäler brauche.
  • Die St. Galler wollten bislang jedoch nichts von Spitalschliessungen wissen. Im November 2014 sagte die Bevölkerung deutlich Ja zum Ausbau und zur Erneuerung der bestehenden Spitalstandorte.
  • Damit die Finanzen nicht aus dem Ruder laufen, will der Verwaltungsrat der St. Galler Spitäler künftig nur noch an vier Standorten stationäre Leistungen anbieten. Anfang Juni stellte er ein Grobkonzept vor, das seither kontrovers diskutiert wird. Demnach sollen das Kantonsspital St. Gallen sowie die Standorte Grabs, Uznach und Wil erhalten bleiben. Die Spitäler in Altstätten, Walenstadt, Wattwil und Flawil hingegen würden in ambulante Gesundheitszentren umgewandelt.
  • Der Verwaltungsrat verspricht, dass bei einer Konzentration auf vier Standorten keine Versorgungslücken entstünden. Über 99 Prozent der Bevölkerung könnten auch in Zukunft innert 30 Minuten und 50 Kilometern ein öffentliches Spital mit stationärer Grundversorgung erreichen.
  • Bei der Definition einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung orientiert sich der Verwaltungsrat am Kanton Bern. Dieser legt fest, dass ein Spital für 80 Prozent der Bevölkerung innert 30 Minuten erreichbar sein muss und nicht weiter als 50 Kilometer entfernt sein darf. Auch im Thurgau müssen stationäre Angebote innert 30 Minuten erreichbar sein. Und in den Kantonen Zürich und Schaffhausen gilt, dass 95 Prozent der Bevölkerung innert maximal 20 Minuten ein Spital mit Notfallversorgung erreichen müssen.
  • In den meisten Ortschaften des Kantons St. Gallen wäre die 30-Minuten-Regel erfüllt. Deutlich längere Anfahrtswege müssten künftig vor allem die Einwohner von Altstätten, Walenstadt, Wattwil und Flawil in Kauf nehmen. Durch die Maschen des Versorgungsnetzes fallen abgelegene Dörfer im Sarganserland wie ­Vättis oder Weisstannen.

So weit müssten St. Galler künftig mit dem Auto bis zum nächsten Spital fahren

Quelle: Google Maps

Quelle: Google Maps

Quelle: Google Maps

Quelle: Google Maps

Abgelegene Dörfer und einsame Weiler

Quelle: Google Maps, eigene Berechnungen

Quelle: Google Maps, eigene Berechnungen

Wo liegen die weissen Flecken auf der St.Galler Spitalkarte? Die Einwohner von Vättis werden auch in Zukunft über 44 Minuten mit dem Auto bis ins Spital Grabs benötigen. Das Dorf gehört zur Gemeinde Pfäfers und liegt zuhinterst im Taminatal am Fusse des Calanda. Ähnlich abgelegen ist das Dorf Weisstannen im Weisstannental in der Gemeinde Mels. Ein Spezialfall ist das Dorf Quinten, das am Nordufer des Walensees liegt. Der Ort gehört zur Gemeinde Quarten und ist nur mit dem Schiff oder zu Fuss erreichbar.Auswirkung von Spitalschliessungen: So weit müssten St. Galler künftig mit dem Auto bis zum nächsten Spital fahren

Mehr zum Thema:

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.