Skyguide widerspricht dem Airport

ALTENRHEIN. Die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide wehrt sich gegen die Kostenprognose des Airports Altenrhein. Dieser befürchtet, dass er für die Flugsicherung künftig vier Millionen Franken pro Jahr zusätzlich aufbringen muss. Die Zahl ist laut Skyguide weit übertrieben.

Adrian Vögele
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Der Airport Altenrhein befürchtet, dass er künftig im Bereich der Flugsicherung mit Mehrkosten von mehreren Millionen Franken zu rechnen hat (Ausgabe von gestern). Dem widerspricht nun die Flugsicherungsgesellschaft Skyguide.

Bisher hat Skyguide ihre Dienstleistungen an Regionalflughäfen mit Einnahmen an den grossen Flughäfen Zürich und Genf quersubventioniert. Das ist künftig nicht mehr erlaubt. In Altenrhein kostet die Flugsicherung jährlich rund fünf Millionen Franken. Eine Million wird aus Anfluggebühren gedeckt. Kopfzerbrechen bereitet der Airport-Leitung die Finanzierung der übrigen vier Millionen. Laut Skyguide trifft es aber nicht zu, dass der Airport diese vier Millionen künftig allein aufbringen muss. Denn nur eine halbe Million der Flugsicherungskosten in Altenrhein wurde bisher über die Quersubventionierung finanziert. Ein weitaus grösserer Teil – 3,5 Millionen Franken – werde mit Bundessubventionen aus der Mineralölsteuer gedeckt, schreibt Skyguide in einer Reaktion auf die Aussagen der Airport-Leitung.

«Betrag bleibt in etwa gleich»

Somit geht es für den Airport Altenrhein um Mehrkosten von einer halben Million Franken. «Zurzeit laufen Diskussionen zwischen dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl), Regionalflugplätzen und Skyguide», schreibt die Flugsicherungsgesellschaft. «Zwar ist noch nichts verbrieft, aber wir sind überzeugt, dass sich der zukünftige Fehlbetrag für Altenrhein etwa in derselben Grössenordnung bewegen wird.»

Es werde keine einfache Aufgabe sein, diesen Fehlbetrag von einer halben Million Franken zu decken, räumt Skyguide ein. «Der Bund übernimmt für 2016 diese Finanzierungslücke und wird diese zusätzliche Subvention bis 2020 sukzessive abbauen.» Skyguide habe ihrerseits bereits eine Reduktion ihrer eigenen Produktionskosten in Angriff genommen. Ausserdem helfe Skyguide, die Kosten der Flugsicherung auf dem Airport Altenrhein durch die Anpassung der Leistungen und der technologischen Installationen an die tatsächlichen Bedürfnisse zu senken. «Die Zeiten sind tatsächlich vorbei, als man jeden Service bestellen konnte und andere bezahlten dafür.»

«Unverständliche Haltung»

Zur Aufhebung der Quersubventionierung schreibt Skyguide ausserdem: «Wir verstehen die offensichtliche Überraschung der Verantwortlichen des Airports Altenrhein nicht. Es handelt sich um die Umsetzung einer allen Schweizer Regionalflugplätzen bereits seit vier Jahren bekannten Verordnung.» Skyguide und der Bund wollten helfen, die Infrastruktur für einen starken Standort Bodensee-Ostschweiz zu sichern und nach Möglichkeit wertvolle Arbeitsplätze zu erhalten. «Das gerade auch im Interesse des Airports Altenrhein und seiner direkten und indirekten Nutzniesser.» Die bedrückte bis kämpferische Haltung des Airports sei daher unverständlich. «Die Verantwortlichen des Airports können ihre Verantwortung wahrnehmen, indem sie sich konstruktiv in die laufenden Gesprächen zwischen Bazl, Regionalflugplätzen und Skyguide einbringen.»