Bis der Schädel kracht: Ostschweizer Lehrpersonen und Mediziner warnen vor Internet-Herausforderung

Über die Plattform Tiktok gehen derzeit zahlreiche Unfallvideos zur neuen «Skullbreaker-Challenge» viral. Nicht nur für Opfer kann die Schädelbrecher-Challenge schwere Folgen haben, auch die «Beinsteller» haben mit Konsequenzen zu rechnen.

Lea Köppel
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Derzeit kursiert ein gefährliches Spiel in den sozialen Medien. Die sogenannte «Skullbreaker Challenge», auf Deutsch Schädelbrecher-Herausforderung, ist ein viraler Hit auf Tiktok. Bei der höchst riskanten Aktion werden einer aufspringenden Person während diese sich in der Luft befindet die Beine weggezogen.

Das ist gefährlich – und kann in einer Bruchlandung auf dem Rücken oder auf dem Schädel enden. Der grausame Scherz forderte bereits viele Verletzte, wie auf unzähligen im Internet kursierenden Videos zu sehen ist. In der Ostschweiz warnen Lehrer und Mediziner vor solchen Challenges.

Ostschweizer Jugendliche halten sich noch zurück

Rolf Breu, Schulleiter der Oberstufe West in St.Gallen, ist sich der Problematik durchaus bewusst. «Tiktok ist cool», sagt Breu. Die App komme an bei den Jugendlichen.

Die Risiken und Gefahren dieser neuen Challenge würden im Medien- und Informatikunterricht angesprochen. Wichtig sei es auf die Jugendlichen zuzugehen, so Breu. Er fügt hinzu, dass sich die Jugendlichen auch wegen des Gruppendrucks zu solchen Aktionen hinreissen lassen. Eine Spur von Leichtsinn sei auch ausschlaggebend.

Noch keine Vorfälle gemeldet

In der Ostschweiz sind bislang laut den Kantonspolizeien St.Gallen, Thurgau sowie beider Appenzell noch keine Vorfälle gemeldet worden. Im Kanton Aargau hingegen landete eine 16-Jährige am vergangen Wochenende in der Notfallaufnahme. Zwei Schulkameradinnen verleiteten die nichts ahnende Freundin beim gefährlichen Spiel mitzumachen. Sie erlitt in der Folge eine Hirnerschütterung, wie «20 Minuten» berichtet. Auch Im Kanton Zürich ist ein ähnlicher Vorfall bekannt geworden.

Eine 13-Jährige versuchte, zusammen mit ihren Kolleginnen die Challenge nachzumachen. Das Mädchen landete auf ihrem Rücken und zog sich mehrere blaue Flecken zu. Gegenüber «20 Minuten» sagt sie: «Im ersten Moment dachte ich, dass ich mir die Hüfte ausgerenkt habe.» Die Videoaufnahme ging nie viral. Eine Lehrperson konnte noch vor der Verbreitung alle Inhalte löschen.

Die Übeltäter müssten mit Konsequenzen rechnen

Tilo Möbus, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde in St.Gallen sagt, dass es bei solchen Stürzen zu Beckenbrüchen, Steissbeinfrakturen, Verletzungen an Wirbel oder am Hinterkopf kommen könne. Die Verletzungsgefahr sei durchaus hoch.

Sollte es zu einem Schädelhirntrauma mit Blutungen kommen, könne dies bleibende Schäden nach sich ziehen. Möbus’ Ratschlag lautet:

«Auf keinen Fall nachmachen.»

Nicht nur für Opfer kann die Schädelbrecher-Challenge schwere Folgen haben, auch die «Beinsteller» haben mit den Konsequenzen zu rechnen. Sofern die verletzte Person den Scherz zur Anzeige bringen möchte, kann sie das. Pascal Häderli, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, erklärt: «Wir würden eine Anzeige entgegennehmen respektive selbst aktiv werden und den Fall an die Staatsanwaltschaft rapportieren.»

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