Skandinavien-Hoch
Neuschnee und zweistellige Minustemperaturen: Auf die Ostschweiz warten eisige Tage, vielleicht sogar Wochen

In der Ostschweiz fällt wieder Neuschnee und es wird eisig kalt. Grund dafür ist die sogenannte Omega-Lage. Meteorologe Stefan Scherrer erklärt, was eine solche Wetterlage ausmacht. Die Skigebiete freuen sich auf die bevorstehende Kälteperiode.

Alain Rutishauser
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In den nächsten Tagen fällt wieder Neuschnee. Ausserdem fällt das Thermometer weit unter null Grad Celsius.

In den nächsten Tagen fällt wieder Neuschnee. Ausserdem fällt das Thermometer weit unter null Grad Celsius.

Bild: Michel Canonica (17. Januar 2021)

Vergangene Woche kamen bei den milden Temperaturen schon fast Frühlingsgefühle auf. Der Schnee schmolz in grossen Teilen der Ostschweiz komplett weg. Zu früh gefreut: Der Winter und damit Schnee und eisige Temperaturen kehren schon in den nächsten Tagen zurück. Der Wetterdienst Meteonews kündigte am Montagmorgen eine «Störung» an, die in der Nacht auf Dienstag die Schweiz erreicht. Diese sorgt nun auch in der Ostschweiz für eisige Temperaturen und Schnee.

«Die Luftmasse ist noch kälter als im Januar, und dies vor allem über einen längeren Zeitraum», sagt Stefan Scherrer, Meteorologe von Meteonews. An den kältesten Orten, wie auf der Alp Hintergräppelen im Toggenburg, könne das Thermometer bis unter Minus 30 Grad fallen. Damit es so kalt werde, müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein: eine klare Nacht, windstill und Schnee. Scherrer:

«So sind ab Freitag auch im Flachland zweistellige Minustemperaturen möglich.»

Im Flachland werden schätzungsweise zwischen fünf und 20 Zentimeter Neuschnee fallen.

Sogenannte Omega-Lage sorgt für langanhaltende Kälte

Verantwortlich für die Kälte ist ein Skandinavien-Hoch. Dieses bringe arktische Kaltluft zu uns in die Ostschweiz. «Es zeichnet sich eine sogenannte Omega-Lage ab», sagt Meteorologe Scherrer. Diese setze sich aus einem stabilen Hoch zusammen, welches die Tiefdruckgebiete blockiere und nach Norden ablenke. «So erinnert das Strömungsfeld an den griechischen Buchstaben Omega», erklärt Scherrer die Herkunft des Namens.

Die Konstellation könne bis zu mehrere Wochen andauern. «Wie lange das Hoch im aktuellen Fall aushält, ist zurzeit noch unklar. Sicher aber für mehrere Tage», sagt Scherrer.

Omega-Lagen sind sowohl im Winter als auch im Sommer möglich. Im Winter sorgt die Omega-Lage für besonders kalte Temperaturen, im Sommer kann sie zu hohen Temperaturen und Hitzewellen führen. Scherrer: «Ein gutes Beispiel für eine Omega-Lage im Sommer war die Hitzewelle 2003, welche für mehrere Wochen anhielt.»

Skigebiete: «Kalte Temperaturen lassen unsere Winterherzen höherschlagen»

Urs Gantenbein, Chef der Bergbahnen Wildhaus

Urs Gantenbein, Chef der Bergbahnen Wildhaus

Bild: Urs Bucher

In den verschiedenen Skigebieten freut man sich derweil auf die bevorstehenden Wintertage, nachdem die vergangene Woche ungewöhnlich mild war. «Es war für Winterverhältnisse wirklich sehr warm. Aber zum Glück hatten wir genügend Schneereserven», sagt Urs Gantenbein, Vorsitzender der Wildhaus Bergbahnen AG. Auf dem Pizol sei von Sonntag auf Montag sogar bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen, auf Anfrage.

Alex Singenberger, Mediensprecher der Toggenburg Bergbahnen, fügt an:

«Den kälteren Temperaturen sowie dem angekündigten Neuschnee blicken wir sehr positiv entgegen.»

Gantenbein vermutet, dass damit die kommenden Wochen gerettet seien: «Dieses Skandinavien-Hoch mit den damit verbundenen kalten Temperaturen lässt unsere Winterherzen höherschlagen!»

In den Skigebieten sieht man den kommenden Wintertagen freudig entgegen, wie hier auf dem Pizol.

In den Skigebieten sieht man den kommenden Wintertagen freudig entgegen, wie hier auf dem Pizol.

Bild: Michel Canonica (31. Dezember 2020)