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SKANDAL: Schweinerei im Pferdestall

Fotos von verendeten Pferden auf einem Hof in Hefenhofen führten zum grössten Tierschutzskandal in der Thurgauer Geschichte. Die Aufarbeitung hat erst begonnen.
Christian Kamm
Zankapfel und Symbol für den wiedererwachten Antrieb der Region: Die Fachhochschule in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Zankapfel und Symbol für den wiedererwachten Antrieb der Region: Die Fachhochschule in St. Gallen. (Bild: Benjamin Manser)

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch

Es hätte ein Sommer wie jeder andere sein können im Kanton Thurgau. Doch dann kam Hefenhofen. Und mit einem Schlag war es vorbei mit der Sommeridylle. Mitten in der nachrichtenarmen Saure-Gurken-Zeit platzte die Bombe mit Bildern von toten Pferden im Stall von Pferde­händler Ulrich K. Und diese beherrschten wochenlang auch die nationalen Schlagzeilen.

Ein Skandal, der an Dramaturgie und Rollen alles bot, was Skandalisierung zu bieten hat. Vom Tierhalter mit seinem «Quäl­hof», einer Whistleblowerin (die ihre Geschichte aber nur einer einzigen Zeitung erzählen wollte), betreut vom bekanntesten Tierschützer der Schweiz, bis hin zu den mutmasslichen Versagern bei den Behörden – dem ver­antwortlichen Regierungsrat inklusive.

Ungebremste ­Eskalationsspirale

Krisensitzung jagte Krisensitzung. Und Demonstration folgte auf Demonstration. Die Thurgauerinnen und Thurgauer dürften am meisten erstaunt darüber ­gewesen sei, wie die im Zorn vereinten Tierschützer das Kommando übernehmen konnten, die Strasse mobilisierten und die Behörden vor sich herzutreiben begannen. Letztere agierten zuerst naiv, weil sie die Situation offensichtlich unterschätzt hatten, dann immer getriebener und hilfloser und suchten schliesslich ihr Heil im Angriff. Weil das noch ­immer die beste Verteidigung ist? Wie dem auch sei: Die ungebremste Eskalationsspirale mündete schliesslich in eine gross angelegte Polizei-Kommandoaktion auf dem Hof von Tierhalter Ulrich K. Über 100 Pferde wurden evakuiert und versteigert.

Und heute, ein halbes Jahr später? Die Wunden, die mit den Geschehnissen rund um den Fall Hefenhofen geschlagen wurden, sind von einer Heilung noch weit entfernt. Gleichzeitig aber ist der Prozess der Aufarbeitung angelaufen. Die Thurgauer Kantonsregierung hat freiwillig beschlossen, in Sachen Krisenkommunikation nachzusitzen. Ein externer Untersuchungsbericht soll ausserdem aufzeigen, weshalb passiert ist, was so eigentlich nicht hätte geschehen dürfen. Und wer die Verantwortung dafür trägt. Darüber hinaus sorgen diverse Justizverfahren dafür, dass der Fall ­Hefenhofen auch im neuen Jahr weiter zu reden und zu schreiben geben wird.

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