SILVESTER: Feuer frei trotz Brandgefahr

Über die glitzernden Lichter am Neujahrshimmel freut sich Gross und Klein. Um böse Überraschungen zu vermeiden, gilt es nicht nur Feuerverbote zu beachten, denn nicht alle Raketen sind legal.

Urban Rechsteiner
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Urban Rechsteiner

urban.rechsteiner@tagblatt.ch

Feuerwerk wird am Silvesterabend nicht nur bei Kindern für leuchtende Augen sorgen. Damit die Raketen, Knallfrösche und Vulkane für jedermann zum ­Vergnügen werden, sind gewisse ­Regeln und Verhaltenshinweise unumgänglich. «Das Abbrennen von Feuerwerk ist an Silvester erlaubt, also in der Nacht auf den ersten Januar. Danach ist dies nur noch mit Bewilligung erlaubt», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen. Es gibt verschiedene Kategorien, in welche pyrotechnisches Material je nach Beschaffenheit eingeteilt wird. Das ­Abbrennen von Feuerwerk der Kategorien eins bis vier ist an Silvester ohne Bewilligung erlaubt. Zu welcher das gekaufte Material gehört, lässt sich auf der Verpackung ablesen.

«Grundsätzlich ist alles erlaubt, was frei gekauft werden kann. Die Verkaufsstände werden durch uns geprüft und bewilligt. Diese dürfen nur Feuerwerk verkaufen, welches ohne weitere Bewilligung abgebrannt werden kann», sagt Dionys Widmer von der Stadtpolizei St. Gallen. Wichtig dabei ist, auch die Altersbestimmungen zu beachten, gewisse Feuerwerkskörper dürfen nicht an Kinder und Jugendliche verkauft werden.

Mit Feuerwerk über die Grenze

Viele kaufen ihr Feuerwerk auch im nahen Ausland. Dementsprechend oft hat die Grenzwache in den Tagen vor Silvester mit Feuerwerk zu tun. Pyrotechnische Gegenstände werden zahlreich eingeführt, heisst es in einem Communiqué der Eidgenössischen Zollverwaltung. Wer pyrotechnische Gegenstände einführen will, benötige grund­sätzlich eine Bewilligung des Bundesamtes für Polizei. Im Grenzverkehr dürfen jedoch Feuerwerkskörper bis zu einem Gesamtgewicht von 2,5 Kilogramm auch ohne Bewilligung eingeführt werden.

Wer sich nicht an die Regeln hält, hat mit Konsequenzen zu rechnen: Werden bei der Einfuhr verbotene Feuerwerkskörper festgestellt, beschlagnahme die Grenzwache alle Gegenstände, und die Widerhandlung werde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft deponiert, schreibt die Zollverwaltung. Auch beim Abbrennen der Feuerwerkskörper ist gesetzliche Vorsicht geboten. «Leider gibt es immer wieder Vorfälle, bei denen Personen das Feuerwerk vor oder nach Silvester zünden. Dies führt jedes Jahr zu einigen Anrufen bei der Kantonalen Notrufzentrale», sagt Daniel Meili, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. In solchen Fällen ist mit einer Busse wegen Lärmbelästigung zu ­rechnen.

«Im Kanton Thurgau verläuft der Jahreswechsel im Zusammenhang mit Feuerwerken meist ohne grössere Zwischenfälle», sagt Meili. Auch bei der Stadt- und der Kantonspolizei St. Gallen sind keine schweren Unfälle mit Feuerwerk bekannt. «In den letzten Jahren ist es vereinzelt vorgekommen, dass sich Personen wegen unsachgemässen Umgangs mit Feuerwerkskörpern verletzt haben. Meistens hatten sie grosses Glück und kamen mit eher leichten Verletzungen davon», sagt Schneider. Häufiger kämen Sachbeschädigungen vor. Es gebe im Kanton St. Gallen um die Jahreswende jeweils mehr als ein Dutzend solcher Fälle.

Kein Verbot trotz grosser Trockenheit

Trotz des niederschlagsarmen Wetters gilt in St. Gallen kein kantonales Feuer- oder Feuerwerksverbot. Da die Waldbrandgefahr an einigen Orten erheblich ist, mahnt das Kantonsforstamt jedoch zur Vorsicht im Umgang mit Feuerwerkskörpern: «Feueraktivitäten im Freien, Unachtsamkeiten oder Übermut bergen bei den trockenen Bedingungen ein grosses Risiko für Wald- oder Flurbrände», heisst es in einer Mitteilung des kantonalen Forstamtes. Um das Risiko von Waldbränden zu minimieren, soll im Umgang mit Feuerwerk ein Mindestabstand von 100 Metern zum Wald eingehalten werden. Ebenfalls rät das Forstamt, auf das Steigenlassen von sogenannten «Himmelslaternen» zu verzichten. In der Gemeinde Mels ist das Abrennen von Feuerwerk und das Entfachen von Feuern im Wald und in Waldesnähe bis auf Weiteres verboten. Das kantonale Forstamt weist darauf hin, dass Gemeinden eigenständig Verbote erlassen können. Die Bevölkerung sei angewiesen, die kommunalen Hinweise zu befolgen.