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«Sie schiffen einfach an alles»: Wildpinkler sorgen am St.Galler Herbstjahrmarkt für Ärger

Urinierende und pöbelnde Besucherinnen und Besucher sorgen am Herbstjahrmarkt auch dieses Jahr für rote Köpfe. Wegen Vandalismus greift ein Standbetreiber gar auf private Sicherheitskräfte zurück.
Rossella Blattmann
Die Jahrmarkt-Besucher missbrauchen vor allem am Abend das Museumsquartier als öffentliche Toilette. Das sorgt bei den Anwohnern für rote Köpfe. (Bild: Rossella Blattmann, 17. Oktober 2019)

Die Jahrmarkt-Besucher missbrauchen vor allem am Abend das Museumsquartier als öffentliche Toilette. Das sorgt bei den Anwohnern für rote Köpfe. (Bild: Rossella Blattmann, 17. Oktober 2019)

Ein Bier, oder zwei. Dann noch einen Erdbeerwein. Ein Cola, um den Durst zu löschen - und schon drückt die Blase. Wo ist das nächste WC? Diese Frage stellt sich auch dieses Jahr den Besucherinnen und Besuchern des St.Galler Herbstjahrmarkts. Vor allem am Abend und am Wochenende: In der Menschenmenge kein einfaches Unterfangen.

Trotz WC-Wagen und Toi-Toi-Häuschen urinieren auch dieses Jahr immer wieder Jahrmarkt-Besucher hinter die Stände oder an die Häuser der Anwohner des Museumsquartiers. Eine Besucherin berichtet gegenüber dem «Tagblatt», sie habe am Mittwochabend beobachtet, wie eine Mutter mit ihrem Kind in der Nähe des Olma-Eingangs hinter einem Stand verschwunden sei, und der Kleine dort hingepinkelt habe. Auch ein am Donnerstagabend gesichtetes Schild mit der Aufschrift

«Dies ist keine öffentliche Toilette!!! Dankä für Ihren Aastand!»

in unmittelbarer Marktnähe weist auf das Problem hin.

Es stinkt zum Himmel

Am Freitagvormittag flanieren bereits die ersten Besucher über das Jahrmarktgelände. Einer der ersten Stände ist der «Grill-Stadl». Der 33-jährige Heinz Allmann steht hinter der Theke. Wildpinkler seien am Jahrmarkt leider immer wieder ein Ärgernis. Er sagt:

«Sie schiffen einfach an alles.»

Dabei handle es sich nicht nur um männliche Jugendliche, die sich schnell umdrehen. «Sogar Frauen lassen jetzt die Hosen runter.» Das sei tragisch, ergänzt Allmann. Die Lebensmittel seien geschützt, betont er. Doch Kühltruhe und Materialkisten, die hinter dem Wagen stehen, seien am Abend oder am Morgen darauf immer wieder voller Urin. Die vollgepinkelten Gegenstände anzufassen sei «einfach grusig». Allmann sagt:

«Wir müssen immer wieder alles desinfizieren.»

Auch wenn es im Vergleich zu vergangenen Jahren viel ruhiger geworden sei, wünsche er sich für die Zukunft mehr WCs am Herbstjahrmarkt.

Der St.Galler Herbstjahrmarkt wird auch dieses Jahr wieder von Wildpinklern und Vandalen heimgesucht. (Bild: Hanspeter Schiess, 12. Oktober 2019)

Der St.Galler Herbstjahrmarkt wird auch dieses Jahr wieder von Wildpinklern und Vandalen heimgesucht. (Bild: Hanspeter Schiess, 12. Oktober 2019)

Pinkler vermiesen das Geschäft

Auch Manuela Siller von «Dani's Pastry Bakery» kennt das Problem. Der grüne Imbisswagen der 43-Jährigen steht in unmittelbarer Nähe des Olma-Eingangs und des Schützengarten-Stands. Gleich hinter ihrem Backwarenstand erstreckt sich ein Streifen mit Wiese und Bäumen. Absperrungen zwischen den Verkaufsständen und den Essenswagen: Fehlanzeige. Siller sagt:

«Die Bisler sind ein Riesenproblem!»

Doch nicht nur Wildpinkler würden ihr das Geschäft vermiesen:

«Essen, bislen, kotzen, kiffen: hier hinten machen die Leute einfach alles.»

Dieser Anblick und auch der beissende Geruch von Urin und Erbrochenem schrecke ihre Kundschaft ab.

Seit 10 Jahren private Securitas

Das «Rohner Magenbrot» gehört zum Jahrmarkt einfach dazu. Für den 41-jährigen Patrick Rohner, der seit 26 Jahren auf dem St.Galler Herbstjahrmarkt im Familienbetrieb Magenbrot, Carameltäfeli und gebrannte Mandeln verkauft, sind Vandalen das grössere Ärgernis als die Wildpinkler. Sein Wagen sei nach einem Olma-Wochenende auch schon verbeult gewesen, sagt er.

Rohners rosaroter Wagen steht vis-à-vis des Schützengarten-Stands. Dort sei es vor allem am Wochenende jeweils gerammelt voll von festfreudigen Männern und Frauen. Darum habe er vor zehn Jahren einen Entschluss gefasst:

«Am Freitag- und Samstagabend stehen jeweils zwei private Sicherheitskräfte bei meinem Stand.»

Auch wenn die Stadtpolizei patrouilliert, sieht Rohner sich zu diesem Schritt gezwungen. Die oft betrunkenen Besucher würden ihr «Schüga» vor seinem Wagen trinken, seiner Kundschaft den Weg versperren, und ihr Bier auf die Ablage seines Wagens stellen. «Ohne die Securitas könnte ich abends an den Wochenenden kein Magenbrot mehr verkaufen.»

60 Franken für ein «Bisi»

Um eine Jahrmarkt-Bilanz 2019 zu ziehen, sei es noch zu früh, sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. Dafür müsse man das Wochenende abwarten. «Bisher war es dieses Jahr eher ein ruhiger Jahrmarkt.»

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: PD)

Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen. (Bild: PD)

Wildpinkler und Vandalen seien am Herbstjahrmarkt immer wieder ein Problem, sagt der Stapo-Sprecher. Es sei nie möglich, alle Wildpinkler zu erwischen.

«Doch wenn die Stadtpolizei St.Gallen einen Wildpinkler sieht, gibt es eine Busse in der Höhe von 60 Franken.»

Urinpfützen nach den Ferien

Till Bannwart ist Präsident der IG Museumsquartier St.Gallen. Er sei kurz nach Mitternacht mit seiner Familie von den Ferien nach Hause gekommen, sagt der verheiratete 51-jährige Familienvater von vier Kindern. Als die Familie an der Haltestelle Schützengarten aus dem 4-er Bus gestiegen und in Richtung Zuhause an der Notkerstrasse gegangen sei, hätten er und seine Frau die Kinder vor den suspekten Pfützen gewarnt:

«Kinder, Augen auf: Das Nasse am Boden ist kein Wasser, sondern Bisi und Kotze.»

Der Heimweg sei dann zum Glück glimpflich verlaufen, sagt Bannwart.

(Bild: Hanspeter Schiess)(Bild: Hanspeter Schiess)
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