Sie kehrt zurück: Die grösste Schweizer Fahne der Welt soll auch an diesem 1. August den Säntis Rot und Weiss strahlen lassen

Am 1. August feiert die Schweiz den Nationalfeiertag. Dabei darf die grösste Nationalflagge natürlich nicht fehlen. Die Veranstalter freuen sich auf den Event und sind bezüglich der Wetterverhältnisse zuversichtlich.

Remo Künzler
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Die Höhenarbeiter rollen die Schweizer Fahne voraussichtlich am Freitagmorgen aus.

Die Höhenarbeiter rollen die Schweizer Fahne voraussichtlich am Freitagmorgen aus.

Bild: Michel Canonica (Schwägalp/1.August 2019)

Die Statistik der weltgrössten Schweizer Fahne lautet wie folgt: Dreimal hat sie Schaden genommen, zweimal kam sie unversehrt davon. Unwetter und scharfe Felskanten sind dem Material in der Vergangenheit zum Verhängnis geworden. Ob sie dieses Mal hält oder reisst, wird sich am Freitag zeigen.

Sicher ist: Die riesige Schweizer Fahne soll auch in diesem Jahr wieder die Felswand am Säntis schmücken. Die Heimgartner Fahnen AG und die Säntis Schwebebahnen führen die Tradition somit weiter und rollen das rund 700 Kilogramm schwere Stück zum Nationalfeiertag erneut aus.

Nur das Wetter kann noch in die Quere kommen

«Die Vorfreude ist riesig», sagt Rosie Forrer, Projektbegleiterin der Heimgartner Fahnen AG. Alle Beteiligten seien mittlerweile ein eingespieltes Team. Forrer sagt:

«Es steckt nicht nur viel Organisatorisches dahinter, sondern auch viele Emotionen und Herzblut.»
Die Säntisfahne musste immer wieder geflickt und neu zusammengenäht werden.

Die Säntisfahne musste immer wieder geflickt und neu zusammengenäht werden.

Bild: Ralph Ribi (2016)

Noch vor wenigen Wochen fehlte der letzte Schliff: Die Säntisfahne wurde auf dem Gelände der Olma Messen ausgebreitet und kontrolliert. In dieser Woche wurde die 80 mal 80 Meter grosse Schweizer Fahne mit einem Bus auf die Schwägalp transportiert. Der nächste Schritt folgt am Mittwochabend: Zu einer Wurst zusammengerollt, wird die Fahne mit der Gondel zur Wand befördert.

Um 10 Uhr am Freitagmorgen soll es dann so weit sein: Das weisse Kreuz auf rotem Grund soll vom Hausberg aus übers Land strahlen. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Forrer ist zuversichtlich: «Die Prognose sieht gut aus.» Bei gutem Wetter werden ein Dutzend Höhenarbeiter gefordert sein, die schwere Fahne die Felswand hinunterzulassen. Dort soll sie bis zum zweiten August bleiben.

Einige Patinnen und Paten mehr

Die Veranstalter werden finanziell erneut durch Patinnen und Paten unterstützt. Diese können sich für 99 Franken einen Quadratmeter der Fahne kaufen. Sarah Bösch vom Säntis Event Team berichtet, dass im Vergleich zum Vorjahr von den 6400 Quadratmetern der Fahne 260 Felder mehr gekauft wurden. Im letzten Jahr sei rund die Hälfte verkauft worden.

Die Idee für die riesige Fahne hatte der Chef-Senior der Heimgartner Fahnen AG Heinz Höhener. Er hegte 2008 den Wunsch, die weltgrösste Fahne zu produzieren. Im Guinness Buch der Rekorde recherchierte er, was es dazu brauchte. Die Antwort: 120 mal 120 Meter. Mit dieser Messlatte nahm er die Produktion der Fahne in Angriff.

Während der Näharbeiten kam dann die schlechte Nachricht: In der Wüste von Israel wurde eine wesentlich grössere Fahne ausgebreitet. Ein herber Schlag für die Firma. Die Fahne wurde dennoch fertiggestellt – und später etwas redimensioniert. Bruno Vattioni, Geschäftsführer der Säntis Schwebebahn, bekam ein Jahr später Wind von der Fahne. Mit dieser Kooperation wurde sodann eine neue Ostschweizer Tradition ins Leben gerufen.