Sichtbeton und Eichenholz

Das neue Säntis-Hotel auf der Schwägalp wurde gestern eingeweiht. Die Erstellung des Neubaus dauerte zwei Jahre und kostete 42 Millionen Franken. Der Beton für die Fassade wurde aus Aushubmaterial vor Ort hergestellt.

Michel Genova
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Das neue Säntis-Hotel beherbergt 68 Zimmer und befindet sich gleich neben der Talstation der Seilbahn – das Hotel aus dem Jahr 1935 wird abgebrochen. (Bilder: Urs Bucher)

Das neue Säntis-Hotel beherbergt 68 Zimmer und befindet sich gleich neben der Talstation der Seilbahn – das Hotel aus dem Jahr 1935 wird abgebrochen. (Bilder: Urs Bucher)

SCHWÄGALP. Die erste Idee für einen Neubau hatte der Verwaltungsrat der Säntis-Schwebebahn vor zehn Jahren, im Frühjahr 2013 erfolgte der Spatenstich und gestern wurde das neue Säntis-Hotel feierlich eröffnet. «Es ist ein Freudentag und eine neue Etappe in der Geschichte der Säntisbahn», sagte Verwaltungsratspräsident Hans Höhener vor den geladenen Gästen. Bis Sonntag steht das Hotel der Bevölkerung zur Besichtigung offen, am 14. Dezember startet der reguläre Hotelbetrieb.

Ein «Ave Maria» zum Start

An der Eröffnung anwesend war auch Pater Josef Rosenast, Generalvikar des Bistums St. Gallen. Er sprach den Segen über das neue Gebäude. «Viele werden hier einen Ort der Entschleunigung finden, einen Ort der körperlichen, geistigen, aber auch seelischen Wellness », sagte er. Als Abschluss der feierlichen Einweihungszeremonie sang die Naturjodlerin Sonja Lieberherr ein «Sennen-Ave» und benutzte dafür den traditionellen Milchtrichter.

Mehr Übernachtungsgäste

Das neue Hotel hat 68 Zimmer, Seminarräume und einen Wellnessbereich. Mit dem erweiterten Angebot will das Unternehmen nach eigenen Angaben neben Tagesausflüglern zusätzlich Übernachtungsgäste und Seminarteilnehmer anziehen. Ein neues Restaurant bietet Platz für 250 Personen, weitere 350 Sitzplätze befinden sich auf der Aussenterrasse.

Beim Haupteingang des neuen Hotels treffen sich Tagesausflügler und Hotelgäste. Wer auf den Säntis will, biegt links ab und gelangt über einen Gang direkt zur Talstation der Seilbahn. Gäste des Hotels und des Restaurants gehen nach rechts. Das Hotel erstreckt sich über drei der vier Obergeschosse. Ein Doppelzimmer gibt es ab 120 Franken pro Person, die Säntis-Juniorsuite kostet 170 Franken pro Person. Preislich befinde man sich damit unterhalb des Schweizer Durchschnitts, sagte Gastgeber Remo Brülisauer.

Elegante, warme Räume

Bei der Gestaltung der Innenräume dominieren die Kontraste: viel Sichtbeton, viel Eichenholz und viel Glas. Dadurch wirken die Räumen elegant und gleichzeitig warm. Grossflächige Fenster, die an vielen Stellen bis zum Boden reichen, fluten die Räume mit Tageslicht. Gestalterische Akzente haben die Zürcher Architekten Bünzli & Courvoisier mit verschiedenen Details gesetzt. In der Natur und im lokalen Brauchtum hat ein Planerteam nach gestalterischen Motiven gesucht. Daraus entstanden ist eine Rosette, die als Ornament auf Fenstern oder Teppichböden im ganzen Hotel immer wieder auftaucht. Im Eingangsbereich und an der Rezeption fallen Lichtinstallationen aus farbigen Ketten auf. Sie sind eine Referenz an die Tragseile der Luftseilbahn. An ausgewählten Stellen wurden Tapeten angebracht, auf denen Pflanzen und Tiermotive aus der Alpenlandschaft zu sehen sind.

Rauchen in der Backseckelstobe

Das neue Gebäude ist ein moderner Hotelbau, an ausgesuchten Stellen haben Architekten und Bauherren jedoch bewusst die Nähe zum Appenzeller Brauchtum gesucht. Ein Beispiel ist die Raucherlounge, die den Namen Backseckelstobe trägt. Ein Cheminée und ein grober Holzfussboden vermitteln Gemütlichkeit. Von eleganten Ledersesseln blickt man durch eine Glasfront an die Nordwand des Säntismassivs. Im Restaurant befindet sich zudem die Schwägalpstobe. Vorbild für diesen Raum war eine traditionelle Appenzeller Gastwirtschaft. Sie ist deshalb ganz in Holz gehalten, mit Schiefertischen und einem imitierten Kachelofen.

Über 15 000 Aktionäre

Schon länger betreibt die Säntis-Schwebebahn AG nicht mehr nur eine Luftseilbahn, sondern mehrere Gastronomiebetriebe. Der Hotelneubau unterstreicht diese Entwicklung. «Wir sind in den letzten Jahren zu einem Tourismusunternehmen geworden», sagte Verwaltungsratspräsident Hans Höhener. Möglich war diese Entwicklung auch, weil das Unternehmen mit über 15 000 Aktionären in der Bevölkerung breit abgestützt ist. Über eine Kapitalerhöhung konnte die Säntisbahn 21 Millionen Franken aufnehmen und so den Neubau für 42 Millionen Franken finanzieren.

Heute und morgen steht das Säntis-Hotel zur Besichtigung offen. Mehr Bilder auf www.tagblatt.ch

Vom Wellnessbereich des Hotels blicken Gäste auf den Weidwald, im Empfangsbereich und bei der Rezeption hängen Lichtinstallationen aus farbigen Ketten. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Vom Wellnessbereich des Hotels blicken Gäste auf den Weidwald, im Empfangsbereich und bei der Rezeption hängen Lichtinstallationen aus farbigen Ketten. (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnung „Säntis – das Hotel“ auf der Schwägalp. Reception (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))

Eröffnung „Säntis – das Hotel“ auf der Schwägalp. Reception (Bild: Urs Bucher (Urs Bucher))