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Sexuelle Übergriffe in der Kirche: Bistum St.Gallen holt schon seit langem Strafregisterauszüge ein

Ein im Thurgau verurteilter Pädophiler wäre in Riehen beinahe zum Pfarrer ernannt worden. Das Bistum St.Gallen verlangt bei Neuanstellungen seit langem Auszüge aus dem Strafregister.
Christoph Zweili
Immer wieder gerät die katholische Kirche wegen sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen. (Symbolbild: Keystone)

Immer wieder gerät die katholische Kirche wegen sexueller Übergriffe in die Schlagzeilen. (Symbolbild: Keystone)

Im Kampf gegen sexuelle Übergriffe in der Kirche sollen Personen im Kirchendienst bei Neuanstellungen künftig einen Strafregisterauszug vorlegen müssen. Dies schlägt das Fachgremium sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld den Schweizer Bischöfen vor. Dies im Nachgang zur Pfarrerwahl in Riehen (BS), wo im Januar bekannt wurde, dass der Kandidat im Thurgau wegen sexueller Handlungen mit einem Kind verurteilt worden war. Nach Veröffentlichung der Verurteilung aus dem Jahre 2012 durch die Presse zog der Mann seine Kandidatur zurück.

Nun soll die Bischofskonferenz Ende Februar über den Antrag abstimmen, wie SRF am Donnerstag berichtete.

«Gehört zum normalen Bewerbungsverfahren»

Die Pflicht, einen Registerauszug vorlegen zu müssen, gibt es nicht nur in der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg, sondern auch im Bistum St.Gallen, wie Sprecherin Sabine Rüthemann betont:

«Im Bistum St.Gallen werden bei Neuanstellungen seit langem Strafregisterauszüge von allen vom Bischof beauftragten Mitarbeitenden in der Seelsorge eingeholt.»

Das gilt nicht allein für Priester, sondern beispielsweise auch für Pastoralassistentinnen und -assistenten, Katecheten oder Jugendseelsorger. «Seit rund zwei Jahren gehört zum normalen Bewerbungsverfahren zusätzlich das Einholen eines Sonderprivatauszugs», hält Rüthemann fest.

Auch Kontaktverbote aufgeführt

Dieser Sonderprivatauszug wurde 2015 eingeführt. Darin werden Einträge aufgeführt, die nach einer Übergangszeit voraussichtlich ab 2020 nicht mehr im Privatauszug aufscheinen. Das Bistum St.Gallen habe bereits begonnen, neben dem Privatauszug auch den Sonderprivatauszug bei Neuanstellungen routinemässig zu verlangen. Aufgeführt sind im Sonderprivatauszug Tätigkeitsverbote oder Kontakt- und Rayonverbote, die von einem Gericht in einem Strafurteil beschlossen wurden.

Insbesondere Minderjährige und besonders schutzbedürftige Personen würden durch diese Informationen besser geschützt vor Sexualstraftaten, sagt die Bistumssprecherin. Diese Urteile bleiben zudem – anders als im Strafregisterauszug für Privatpersonen – während der ganzen Dauer der jeweiligen Verbote sichtbar.

Privatauszug: Fristen laufen ab

Rüthemann verweist beim Strafregisterauszug (Privatauszug) auf das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement. Demnach sind darin Strafurteile wegen Verbrechen und Vergehen enthalten, «sofern eine Strafe oder Massnahme ausgesprochen worden ist». Verbrechen sind Straftaten, die mit mehr als drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden, Vergehen, solche mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

«Übertretungen werden nur eingetragen, wenn eine Busse über 5000 Franken, mehr als 180 Stunden gemeinnützige Arbeit oder ein Tätigkeits-, Kontakt- oder Rayonverbot verhängt worden ist.»

Diese Urteile sind zudem aufgeführt bis zum Ablauf bestimmter Fristen, sprich, sie sind nach Ablauf dieser Fristen nicht mehr sichtbar.

Kirchgemeinden vor Ort zuständig

Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland müssen im Bewerbungsverfahren beim Bistum auch die Strafregisterauszüge ihrer bisherigen Wohnsitzländer einreichen. Dabei wird von der Personalabteilung die Regelung des jeweiligen Landes geprüft, zum Beispiel in Deutschland das erweiterte Führungszeugnis.

Bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ohne bischöfliche Beauftragung, zum Beispiel im Sekretariat, Mesmer oder Sozialarbeiter, sind die Kirchgemeinden vor Ort zuständig für das Einholen von Privatauszügen und Sonderprivatauszügen.

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