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Sexuelle Handlungen mit Kindern: Bischof verlangte Transparenz vom früheren Aadorfer Pfarrer

Der Basler Bischof Felix Gmür hatte vom umstrittenen, ehemaligen Pfarrer-Kandidaten in Riehen volle Transparenz in Sachen Strafbefehl verlangt. Der wegen sexuellen Handlungen mit Kindern Verurteilte sei dieser Aufforderung jedoch nicht nachgekommen.
Felix Gmür äussert sich zur geplanten Einsetzung eines Priester in Riehen, der wegen einem pädophilen Akt im Jahr 2012 verurteilt wurde. (Bild: Keystone)

Felix Gmür äussert sich zur geplanten Einsetzung eines Priester in Riehen, der wegen einem pädophilen Akt im Jahr 2012 verurteilt wurde. (Bild: Keystone)

(sda) Bei dieser Ausgangslage hätte der Bischof nach der für den 10. Februar vorgesehenen Wahl die Ernennung des Kandidaten zum Pfarrer verweigert, sagte Bischof Felix Gmür am Mittwoch vor den Medien in Solothurn. Er selber hatte seit einem Jahr Kenntnis vom Inhalt des Strafbefehls, wie aus einem Communiqué des Bistums hervorgeht.

Eingeschritten sei der Bischof nicht früher wegen des demokratischen Wahlverfahrens und wegen der Persönlichkeitsrechte des Kandidaten. Den Strafbefehl publik gemacht hatte erst am 13. Januar 2019 die Thurgauer Staatsanwaltschaft, als diese das Dokument gegenüber anfragenden Medien offen legte.

Kaum Rückfallgefahr

Gmür habe zuvor vom Pfarrer-Kandidaten aber gefordert, dass er den ganzen Inhalt des Strafbefehls vor der Wahl selber offenlege. Der Bischof habe ihm zudem im persönlichen Gespräch Ende Juli 2018 für den Fall der Wahl zum Pfarrer in Riehen Kinder- und Jugendseelsorge untersagt und eine Begleitung im Sinne einer Supervision angekündigt.

Nachdem die Zeitung «bz Basel» und andere Medien aus dem Strafbefehl zitierten, zog der Mann jedoch seine Kandidatur am 15. Januar zurück. Damit findet die Wahl am 10. Februar nicht statt.

Ein Gutachten, das der Bischof vor Jahresfrist in Kenntnis des Strafbefehls in Auftrag gegeben, hatte habe eine Rückfallgefahr als sehr gering eingestuft, hiess es weiter. Laut Communiqué war die Bewährungsfrist ohne Zwischenfälle abgelaufen und habe es auch keine rechtlichen Auflagen, kein Kontakt- oder Rayonverbot gegeben - weder vom Staat noch von Rom.

Unklar ist nun, wie es mit dem ehemaligen Pfarrer-Kandidaten im Bistum weitergeht. Derzeit sehe er für ihn keine Zukunft als Seelsorger im Bistum Basel, sagte Gmür. Genaueres wolle er bei einem Treffen besprechen. Gmür will zudem in den nächsten Wochen das Gespräch mit der katholischen Kirche St. Franziskus in Riehen suchen.

Strafbefehl von 2012

2012 war der damals 42-Jährige wegen sexuellen Handlungen mit Kindern per Strafbefehl verurteilt worden. Er sass 2010 einen Monat in Untersuchungshaft. Im Anschluss daran trat er von seinem damaligen Amt als Pfarrer von Aadorf zurück.

Von 1999 bis 2010 war es gemäss Thurgauer Staatsanwaltschaft zwischen dem Mann und mehreren Jugendlichen zu körperlichen Kontakten gekommen. In einem Fall hatten die Berührungen die Grenze zur Strafbarkeit überschritten. Dabei habe es aber nicht um qualifizierten Missbrauch gehandelt.

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