SEXUALDELIKTE: Mit 14-Jähriger Sex im Solarium

Ein 23-Jähriger tauschte mit einem Mädchen Pornobilder aus und hatte mit ihr Sex. Gestern stand er vor Gericht.

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Der Mann lernte das Mädchen über Facebook kennen. Sie gab ihm ihre Handynummer, worauf sie miteinander chatteten. Einige Wochen später trafen sie sich in einem Solarium in Gossau und hatten Geschlechtsverkehr. Das Mädchen ging zur Polizei und sagte zunächst aus, der Sex sei unter Gewaltanwendung passiert. Später zog sie diese Anschuldigung zurück. Der heute 25-jährige Schweizer war an der Verhandlung am Kreisgericht St. Gallen geständig. Im Chat sei es von Anfang an um Sex gegangen, erklärte er. Er gab zu, dass er ihr Alter kannte. Auch war er geständig, sie dazu aufgefordert zu haben, ihm Nacktfotos zu schicken. Darauf tauschten sie über Whatsapp pornografische Bilder von sich aus. Bekannt war ihm auch, dass das Mädchen in einem Heim lebte und sich mit Ritzen selbst verletzte. Er habe nicht gedacht, dass das Opfer zur Polizei gehen werde, sagte er.

Der Staatsanwalt beantragte Schuldsprüche wegen sexueller Handlungen mit einem Kind und Pornografie. Er verlangte eine bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr und eine Busse von 2000 Franken. Der Geschlechtsverkehr und der Austausch der pornografischen Bilder seien bewiesen. Das Verschulden müsse als erheblich bezeichnet werden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft seien aber die sexuellen Handlungen ohne Drohung, Nötigung oder Gewaltanwendung erfolgt.

Opfer konsumierte harte Drogen

Dem widersprach die Rechtsvertreterin des Opfers. Das Mädchen habe in der ersten polizeilichen Einvernahme glaubhaft erklärt, es sei vergewaltigt worden. Von den Strafuntersuchungsbehörden sei es aber nicht ernst genommen worden. Die Geschehnisse hätten es aus der Bahn geworfen. Es habe angefangen, harte Drogen zu nehmen, und lange gebraucht, sich wieder zu stabilisieren. Der Verteidiger beantragte eine milde Strafe. Er sah eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 90 Franken als gerechtfertigt. Sein Mandant habe sein Unrecht eingesehen und bereue sein Handeln. Das Opfer habe anfänglich gelogen. Für den Beschuldigten sei es hart gewesen, zunächst als Vergewaltiger bezichtigt zu werden.

Das Gericht folgte den Anträgen der Staatsanwaltschaft, fällte aber ein höheres Strafmass. Es verurteilte den Beschuldigten zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Zwei früher bedingt ausgesprochene Geldstrafen werden vollzogen. Die Gesamtsumme beträgt 13500 Franken. Hinzu kommen Verfahrenskosten von rund 9700 Franken. Auch das Gericht sehe keine Hinweise auf eine Vergewaltigung, begründete der vorsitzende Richter das Urteil. Trotzdem könne man nicht von einvernehmlichem Geschlechtsverkehr reden. Der neun Jahre ältere Beschuldigte habe das Mädchen im Wissen um seine schwierige Situation und das Alter manipulativ beeinflusst. Gerade weil das Opfer besonders schutzbedürftig gewesen sei, wiege das Verschulden alles andere als leicht. (cis)