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Sexual- und Drogendelikte halten St.Galler Kantonspolizei auf Trab

Die Anzahl Straftaten im Kanton St.Gallen hat nach Jahren des Rückgangs 2018 um acht Prozent zugenommen. Sexuelle Handlungen mit Kindern sind sehr stark angestiegen. Auch häusliche Gewalt und Drogendelikte kamen häufiger vor.
Rossella Blattmann

26'526. Das ist die Anzahl der Straftaten, welche die Kantonspolizei St.Gallen im vergangenen Jahr erfasst hat. Das ist gegenüber 2017 ein Anstieg von acht Prozent. «Nach einer langen Zeit der Abnahme haben wir 2018 erstmals wieder eine Zunahme der Kriminalität verzeichnet», sagt Stefan Kühne, Leiter der Kriminalpolizei des Kantons St.Gallen, gestern anlässlich der Präsentation der polizeilichen Kriminalstatistik 2018.

Die schweren Gewaltdelikte, unter anderem Tötungsdelikte, sind von 88 auf 69 Straftaten gesunken. Im vergangenen Jahr gab es im Kanton gar einen Drittel weniger Tötungsdelikte. Jedoch sind die Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz, Fälle von häuslicher Gewalt, sowie Straftaten gegen die sexuelle Integrität allesamt gestiegen. Aufhorchen lässt, dass 2018 im Kanton St.Gallen 55 Prozent mehr Sexualdelikte, ein Anstieg von 322 auf 500, begangen worden sind.

Sexuelle Handlungen mit Kindern haben zugenommen

Während die Kantonspolizei 2017 noch 50 Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern registrierte, kam es 2018 zu 183 Missbrauchsfällen. Ein Anstieg von 266 Prozent. Dies sei auf vermehrte Aktivität im Cyberbereich mit Überprüfung immenser Datenmengen zurückzuführen. «Insbesondere in einem ganz gravierenden Fall, aus dem dann weitere Delikte resultierten», sagt Mediensprecher Florian Schneider auf Anfrage.

Die Fälle von sexueller Nötigung haben in vergangenen Jahr von 15 auf 56 Fälle um 273 Prozent zugenommen. Diese Zunahme rührt daher, dass die Fälle 2017 auf ein unüblich tiefes Niveau gesunken waren, schreibt die Kantonspolizei. Die Vergewaltigungs-Anzeigen im Kanton St. Gallen haben hingegen gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent abgenommen.

Immer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Menschen, die sich nahe stehen. «Eine polizeilich registrierte Straftat wird aufgrund der Beziehung zwischen geschädigter und beschuldigter Person dem Bereich der häuslichen Gewalt zugewiesen», schreibt die Kantonspolizei. 2018 sind die Straftaten bei häuslicher Gewalt um sieben Prozent gestiegen. Ein Blick auf die Beziehung zwischen Täter und Opfer zeigt, dass es innerhalb von Partnerschaften am häufigsten zu häuslicher Gewalt kommt.

Im Kanton wird viel gekokst

«Im vergangenen Jahr ist es bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz im Kanton St.Gallen zu einem neuen Hoch gekommen», sagt Kriminalpolizeileiter Kühne. Es ist zu acht Prozent mehr Verstössen als im Vorjahr gekommen. «Dabei handelt es sich vor allem um Fälle von Drogenschmuggel nahe der Grenze», so Kühne. In Appenzell Ausserrhoden ist es ebenfalls zu zahlreichen Drogendelikten gekommen.

Die Polizei hat 2018 auf dem gesamten Kantonsgebiet hohe Mengen an Kokain sowie rezeptpflichtigen, betäubungsmittelhaltigen Medikamenten sichergestellt. Während die Menge an sichergestelltem Kokain 2017 noch knapp 5 Kilogramm betrug, waren es letztes Jahr knapp über 17 Kilo. «Die Kokainzahlen basieren auf zwei grossen Ermittlungsverfahren in der Stadt St.Gallen sowie mehreren Festnahmen von nigerianischen Bodypackern im Raum Wil, welche jeweils mehr als ein Kilo Kokain im Körper transportierten», sagt Kühne. Die Heroinsicherstellungen seien 2018 mit über 20 Kilo auf einem sehr hohen Niveau stabil. Deutliche Zunahmen habe es bei synthetischen Cannabinoiden, Amphetaminen, Methamphetaminen, Ecstasy, Kath und psilocybinhaltigen Pilzen gegeben.

«Jedes Delikt heute hat einen Webbezug»

In Zusammenarbeit mit der St.Galler Staatsanwaltschaft hat die Kantonspolizei St.Gallen im September 2018 das Kompetenzzentrum Cybercrime ins Leben gerufen. «Jedes Delikt heute hat einen Webbezug», sagt Martin Reut, Leiter IT Forensik und Cybercrime. Hauptziel sei, auch über die Landesgrenzen hinaus Täterschaften aufzuspüren und strafrechtlich zu verfolgen.

«Es wird sicher mehr Betrugsfälle geben, vor allem im Cyberbereich», sagt Stefan Kühne. Gewaltdelikte dagegen hätten immer mit Emotionen zu tun. Auch darum könne er keine verlässlichen Prognosen für die Gesamtkriminalität im laufenden Jahr festlegen. «Alles andere wäre pures Kaffeesatzlesen», sagt der Leiter der Kriminalpolizei.

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