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Kolumne

Sesselkleber, Listenkleber und Bierschaum

Wahlkampfgeplänkel
Regula Weik

Das war es dann. Für Walter Müller. Der FDP-Nationalrat steigt aus der nationalen Politik aus – und das, obwohl er sich «politisch noch jung fühlt», wie er diese Woche versicherte. Müller ist 70. Der Azmooser Landwirt ist kein Mann der Kurzschlusshandlungen. Was er anpackt, macht er richtig. So will er sich in Bern einsetzen bis zum letzten Tag, sprich: bis zum Ende der Amtsdauer. «Sesselkleber» trug ihm diese Gewissenhaftigkeit da und dort ein. Müller treibt dies zur Weissglut.

Walter Müller. (Bild: Michel Canonica)

Walter Müller. (Bild: Michel Canonica)

Einer, der mit Blick auf die nächsten nationalen Wahlen im Herbst 2019 auf den Bisherigen-Bonus gespienzelt hatte, ist Walter Locher. Doch der St. Galler Anwalt scheint schon früh geahnt zu haben, dass aus dem Nachrücken nichts werden würde. Der eine Walter stand dem andern Walter im Weg auf dem Weg nach Bern. Locher zog die Konsequenzen. Ein drittes Mal stehe er nicht als Neuer für Nationalratswahlen zur Verfügung, liess er die Partei im Sommer wissen. Er wolle nicht als «Listenkleber» auftreten.

Während für Müller der Berner Vorhang im Herbst 2019 definitiv fällt, steht für Locher die Berner Türe noch einen kleinen Spalt weit offen. Dann nämlich, wenn Karin Keller-Sutter Bundesrätin wird, und wenn Marcel Dobler ihren Ständeratssitz erbt. Der Rapperswiler Nationalrat und Unternehmer ist ein Hoffnungsträger der FDP. Gut möglich, dass die Partei mit ihm noch weitere Pläne hat. Sollte der Senkrechtstarter auf dem Weg von der grossen in die kleine Kammer erneut durchstarten, wäre sein Nationalratssitz neu zu besetzen. Wer stünde dann in der Poleposition? Richtig: Walter Locher. Er rutschte als erster Ersatz nach. So käme es, dass die beiden Walter für wenige Monate Seite an Seite in Bern politisieren würden. Während Müller nächsten Herbst auf Abschiedstournee geht, stünde Locher als Bisheriger im Wahlkampf.

Walter Locher. (Bild: Regina Kühne)

Walter Locher. (Bild: Regina Kühne)

Noch ist es nicht so weit. Doch die Ankündigung von Müller, im Herbst 2019 nicht mehr anzutreten, und jene von Locher, im Herbst 2019 nicht mehr Neo-Kandidat sein zu wollen, brachte die Gerüchteküche ins Brodeln. So wird im Rheintal getuschelt, die FDP bearbeite eine junge Unternehmerin. Ihr Name: Claudia Graf. Die Braumeisterin und Leiterin der Rheintaler Sonnenbräu ist FDP-Mitglied. Ist sie der neue weibliche Shootingstar der Partei? Darauf angesprochen, lacht Claudia Graf. Es habe ein «Schüpfli» der Partei gegeben. Doch Kandidatin für den Nationalrat sei sie nicht – «aus zeitlichen Gründen». Nicht nur gute Politik, auch gutes Bier stellt eben hohe Ansprüche.

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