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SERIE: "Was er sagt, hat Hand und Fuss": Der Rheintaler Roger Köppel bewundert seinen SVP-Namensvetter von der "Weltwoche"

Roger Köppel sass einst für die SVP im Gemeinderat Au. Aus der Partei ist er mittlerweile ausgetreten. Trotzdem teilt er die kritische Haltung des gleichnamigen "Weltwoche"-Chefs zur EU und zur Flüchtlingspolitik.
Daniel Walt
Der Rheintaler Roger Köppel mit einem Bild seines Namensvetters auf dem iPad. (Bild: Benjamin Manser)

Der Rheintaler Roger Köppel mit einem Bild seines Namensvetters auf dem iPad. (Bild: Benjamin Manser)

Es gibt schweizweit wohl nur wenige Menschen, die derart polarisieren wie Roger Köppel. Die einen vergöttern den "Weltwoche"-Chef und bestgewählten Nationalrat aller Zeiten halbwegs. Für sie ist er der Inbegriff eines Freigeistes und Querdenkers, der unverzagt gegen das grassierende Gutmentschentum und die alles lähmende politische Korrektheit ankämpft. Für die anderen ist Köppel fast schon der Teufel in Person. Sie sehen in ihm einen rechten Hetzer, einen Scharfmacher im Solde von SVP-Tribun Christoph Blocher.

"Mein Namensvetter fährt eine direkte Linie. Deshalb ist er für viele der Buhmann", sagt der Rheintaler Roger Köppel. Der 46-Jährige aus Au ist Mitinhaber des Bernecker Liftunternehmens Köppel Aufzüge AG. Die "Weltwoche", die sein Namensvetter publizistisch verantwortet und herausgibt, kennt er zwar. Er liest sie nach eigenem Bekunden aber nur dann, wenn sie irgendwo aufliegt. "Ich bevorzuge Fachliteratur", begründet der gelernte Mechaniker.

"Das gibt nur Streit"

"Ich bin ein ausgeglichener Mensch und habe nichts Provokatives an mir", erklärt der Rheintaler Roger Köppel. Tatsächlich: Im Lauf des Gesprächs betont er mehrfach, jede politische Überzeugung habe ihre Berechtigung. Zudem vermeidet es Köppel tunlichst, am Stammtisch zu politisieren – "das gibt nur Streit", begründet er. Der 46-Jährige macht aber keinen Hehl daraus, dass ihn nicht nur der Name, sondern auch die politische Haltung mit dem "Weltwoche"-Chef vereint. So zum Beispiel, was einen EU-Beitritt der Schweiz angeht: "Wenn man Teil eines so grossen Gebildes wird, verliert man an Souveränität. Die Schweiz soll ihre Entscheidungen selbst fällen, anstatt dass dies in Brüssel passiert", sagt Köppel in bester SVP-Manier. Auch in der Flüchtlingsfrage teilt er die Ansichten seines Namensvetters: "Man sollte den Menschen lieber vor Ort helfen, anstatt alle unkontrolliert hier einreisen zu lassen."

Köppel war früher selbst Mitglied der SVP und war sieben Jahre im Gemeinderat von Au tätig. Ausgetreten ist er sowohl aus der Behörde als auch aus der Partei aufgrund interner Differenzen. "Die Positionen der Partei finde ich nach wie vor gut", bestätigt er.

Vom TV für Debatte angefragt

Ein erstes Mal auf Journalist Roger Köppel angesprochen wurde Unternehmer Roger Köppel, als er in den Gemeinderat gewählt wurde. Seither ist die Namensgleichheit immer mal wieder Thema in seinem Leben. "Vor etwa einem halben Jahr rief mich beispielsweise das Fernsehen an und fragte mich an, ob mir ein bestimmtes Datum für eine TV-Debatte passen würde", lacht er. Auf dem beruflichen Netzwerk Linkedin erhalte er zudem viele Anfragen von CEOs von Grosskonzernen, die mit Sicherheit nicht für ihn, sondern für seinen Namensvetter bestimmt seien. "Und als ich mal einen Tisch in einem Restaurant in Davos reserviert hatte, sagten mir die Verantwortlichen bei unserem Eintreffen, sie hätten eigentlich mit dem "Weltwoche"-Chef gerechnet", hält er fest.

Unternehmer im Parlament sind wichtig

Was sagt Roger Köppel dazu, dass sein Namensvetter Ende 2015 den Sprung in den Nationalrat gewagt hat und sich bei ihm Journalismus und Politik mittlerweile vermengen? "Ich finde es wichtig, dass Unternehmer im Parlament sitzen, die wissen, dass man das Geld zuerst verdienen muss, bevor man es ausgeben kann. Und ein solcher Unternehmer ist Köppel", antwortet er. Für die "Weltwoche" hingegen habe das politische Engagement des Chefredaktors vermutlich negative Folgen gehabt, stellt er mit Verweis auf die stetig sinkende Auflage des Magazins fest, das bei vielen im Ruch steht, ein SVP-Parteiblatt geworden zu sein.


"Brillanter Rhetoriker"

"Was er sagt, hat Hand und Fuss. Und er ist ein brillanter Rhetoriker", hält Roger Köppel zusammenfassend fest. Auch dass der SVP-Mann jener Nationalrat ist, der laut einer Erhebung am meisten fehlt, beeindruckt den Liftunternehmer aus Berneck nicht: "Es gibt auch solche, die immer dort sind und trotzdem nichts bewegen", sagt er. Trotz aller Unterstützung für Köppel: Extra wegen ihm einen Anlass zu besuchen, um ihn kennenzulernen, das ginge ihm zu weit. Wenn er allerdings einmal zufällig auf ihn treffen würde, hätte er ihm durchaus etwas zu sagen. Was denn, Herr Köppel? "Ich würde ihn fragen, ob man ihn auch schon mal mit mir verwechselt hat."

Roger Köppel, "Weltwoche"-Chef Roger Köppel, Lift-Unternehmer
Geburtsdatum 21. März 1965 27. Dezember 1971
Aufgewachsen in... Kloten und Bülach Au
Bürgerort Küsnacht ZH, Widnau Au
Ursprünglicher Berufswunsch Lehrer Mechaniker
Hobbies Tennis, Literatur, Geschichte, Musik, Philosophie Skifahren, Wasserski, Wandern, Velofahren
Besondere Merkmale Fehlt häufig im Nationalrat Nimmt nicht gerne an Anlässen teil, an denen Ökonomen über die Lage der Wirtschaft reden ("Wer in der Wirtschaft tätig ist, weiss, was abgeht.")

Serie: Sie tragen einen bekannten Namen

In der Ostschweiz leben Menschen, die den Namen von Prominenten tragen. Wir porträtieren in loser Folge einige von ihnen und sprechen mit ihnen darüber, wie es ist, den Namen einer bekannten Persönlichkeit zu tragen. Bereits erschienen: Roger Federer aus Widnau (20.3.2018), Susanne Kunz aus Raperswilen (30.3.2018), Bernhard Thurnherr aus Heiden (4.4.2018), Peter Reber aus Erlen (12.4.2018) (dwa)

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