Nationalrat Thomas Rechsteiner übernimmt das Appenzeller Hotel Hof Weissbad

Das Hotel mit Kurhaustradition Hof Weissbad erhält einen neuen VR-Präsidenten: Nationalrat Thomas Rechsteiner. Nach 18 Jahren gibt Sepp Breitenmoser sein Mandat ab.

Janina Gehrig
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Führungswechsel im Verwaltungsrat beim Hotel Hof Weissbad: Sepp Breitenmoser (rechts) übergibt an Thomas Rechsteiner.

Führungswechsel im Verwaltungsrat beim Hotel Hof Weissbad: Sepp Breitenmoser (rechts) übergibt an Thomas Rechsteiner.

Urs Bucher

Dass er sich den Abschied wohl nicht leicht gemacht hat, zeigte seine Rede an der gestrigen Medienkonferenz im Hotel Hof Weissbad. In den vergangenen 18 Jahren, als er für die Hof Weissbad AG zuständig war, sei er selbst zum Hof Weissbad geworden, sagte Sepp Breitenmoser. Nun gibt der 74-Jährige sein Amt als Verwaltungsratspräsident ab. Auf die Generalversammlung vom 9. April 2020 hat er seinen Rücktritt eingereicht.

Unternehmer, ehemaliger Säckelmeister, Nationalrat

Es sei Zeit für eine neue Ära. Diese soll der 47-jährige Thomas Rechsteiner einleiten. Am 21. November war der Unternehmer, Versicherungsfachmann und neuerdings auch Innerrhoder CVP-Nationalrat einstimmig als Nachfolger gewählt worden. Mit Rechsteiner habe man einen Teamplayer gefunden, der wirtschaftlich und gesellschaftlich vernetzt sei. Rechsteiner war von 2011 bis 2018 Regierungsrat und als Säckelmeister in Appenzell Innerrhoden für die Finanzen verantwortlich. Er ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und wohnt in Appenzell. Zwar sei es ihm «unter die Haut gegangen», als sein Lieblingskandidat fürs Präsidium jüngst in den Nationalrat gewählt worden sei, sagte Breitenmoser. Er sei aber überzeugt, dass er die Aufgabe trotzdem gut wahrnehmen könne.

Wie, verriet Rechsteiner gleich selber: «Ich werde als Nationalrat maximal in einer Kommission tätig sein und habe zudem mein VR-Mandat im Gesundheitszentrum Appenzell aufgegeben», sagte er. Es sei ihm wichtig, so häufig wie möglich vor Ort zu sein und den Kontakt etwa zu Stammgästen zu pflegen. Mit der Übernahme des Amts wolle er einerseits einen Beitrag zur Erhaltung und Stärkung der Volkswirtschaft in der Region leisten. Zudem solle das Hotel als Arbeitgeber weiterhin ein Aushängeschild an den Berufsweltmeisterschaften sein.

Seminarhaus und Wellnessanlage geplant

Beim Hotel Hof Weissbad stehen zwei Projekte mit einer Investitionssumme von rund acht Millionen Franken an. Einerseits soll ein Seminarhaus gebaut werden. Das Projekt «Tannblick», das inmitten einer parkähnlichen Landschaft einen Pavillon in Form eines verglasten Würfels vorgesehen hatte, wurde im Sommer verworfen. Nun soll im Frühling ein redimensioniertes Projekt auf den Tisch kommen. Andererseits ist auch ein Badehaus geplant. Auf dem Gelände der heutigen Tennisplätze soll eine neue Anlage mit Saunalandschaft, Pool, Solebad, Ruhe- und Fitnessraum entstehen. Das Vier-Sterne-Plus-Hotel mit Kurhaustradition habe eine Auslastung von über 90 Prozent, was dem Mix aus Ferienhotel und medizinischem Zentrum zu verdanken sei. Hauptkunden sind Schweizer über 60 Jahre.

Kein anderes Amt habe ihn derart erfüllt, was die Nähe und Wärme zu den Mitarbeitern betreffe. Breitenmoser sagte:

«Ich hoffe, dass die Weitsicht und der Wille, junge Leute spüren zu lassen, dass wir hier nicht nur eine Ausbildung, sondern auch eine Lebensschule bieten, weitergetragen werden.»

Nun tritt er etwas kürzer. Das Mandat im Bewerbungskomitee des Eidgenössischen Schwingfests sowie jenes als VR-Präsident der Metzgerei Breitenmoser AG behält er bei.

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