Im Kino, an der Supermarkt-Kasse oder am FCSG-Match: Mit diesen Jobs bessern HSG-Studierende ihr Budget auf

Diese Woche startet für über 8600 Studentinnen und Studenten aus 86 Ländern an der Universität St.Gallen (HSG) das neue Semester. Trotz des zeitintensiven Studiums ist ein Teil von ihnen bereits in der Arbeitswelt tätig. Acht Studierende erzählen, wie sie Studium und Nebenjob unter einen Hut bringen.

Rossella Blattmann
Drucken
Teilen

«Arbeitgeber sehen es gerne, wenn man Arbeitserfahrung mitbringt»

Jelena Milosevic (34) aus St.Gallen. (Bild: Rossella Blattmann)

Jelena Milosevic (34) aus St.Gallen. (Bild: Rossella Blattmann)

«Neben dem Studium arbeite ich 80 Prozent als Projektleiterin beim Heks, dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen», sagt Jelena Milosevic, Masterstudentin in Unternehmensführung. «Mal sehen, wie es mit dem ziemlich grossen Pensum läuft», sagt Milosevic. «Vielleicht werde ich während des Semesters reduzieren und dafür während der Ferien mehr arbeiten.»

Ein Studentenjob ist für die St.Gallerin nichts Neues: «Während meines ersten Masterstudiums in Germanistik und osteuropäischen Studien an der Universität Zürich habe ich nebenbei an einer Berufsschule unterrichtet.» Neben dem Studium arbeiten sei empfehlenswert: «Der Einstieg ins Arbeitsleben wird viel einfacher. Arbeitgeber sehen es gerne, wenn man Arbeitserfahrung mitbringt.»

«Ich habe noch keinen Nebenjob»

Jan Hoefliger (24) aus Altstätten. (Bild: Rossella Blattmann)

Jan Hoefliger (24) aus Altstätten. (Bild: Rossella Blattmann)

«Ich habe noch keinen Nebenjob», sagt der Master-Jurastudent Jan Hoefliger. Bisher habe er journalistische Erfahrung gesammelt. «Ich habe ein dreimonatiges Praktikum beim «Tagblatt» in Rorschach absolviert.» Maximal einen Tag in der Woche kann Hoefliger arbeiten. Ansonsten werde es schwierig, Studium, Arbeit und Privatleben zu vereinbaren. «In den ersten zwei HSG-Jahren hat man schon wenig Zeit, um nebenbei zu arbeiten.»

«An Heimspielen des FC St.Gallen bin ich im Einsatz»

Nico Gmünder (21) aus Untereggen. (Bild: Rossella Blattmann)

Nico Gmünder (21) aus Untereggen. (Bild: Rossella Blattmann)

«Ich bin ein bis zwei Mal pro Monat an den Heimspielen des FCSG als Team-Techniker im Einsatz», sagt der Bachelorstudent Nico Gmünder, der Volkswirtschaftslehre (VWL) im dritten Semester studiert. «Wenn zum Beispiel das Kassensystem im Kybunpark nicht funktioniert, bekommt unser Team einen Anruf und kümmert sich um das Problem.»

«Während der Ferien habe ich immer gearbeitet»

Qendrim Morina (20) aus Bad Ragaz. (Bild: Rossella Blattmann)

Qendrim Morina (20) aus Bad Ragaz. (Bild: Rossella Blattmann)

Er sei noch auf der Suche nach einem Nebenjob, der sich mit dem Studium vereinbaren lässt, sagt Qendrim Morina, der im dritten Semester «International Affairs» studiert. «Während der Ferien habe ich immer gearbeitet, wie schon in der Kantizeit.» Er habe sich in der Werkstatt seines Vaters oder als Praktikant im Archiv des Spitals in Chur etwas dazuverdient. «Hoffentlich finde ich bald etwas, dass sich mit dem Studium vereinbaren lässt.»

«Ich habe ehrenamtlich in Kenia Englisch unterrichtet»

Alissa Frick (21) aus Sargans. (Bild: Rossella Blattmann)

Alissa Frick (21) aus Sargans. (Bild: Rossella Blattmann)

«Ich habe keinen Nebenjob», sagt Alissa Frick, die ebenfalls im dritten Semester «International Affairs» studiert. Während des ersten Jahres sei sie an der HSG sehr aktiv gewesen: «Ich habe für die Studentenzeitung «Prisma» Artikel geschrieben», sagt Frick. «In den Sommerferien habe ich durch den HSG-Verein «Pieces», der sich um Nachhaltigkeit kümmert, zwei Wochen ehrenamtlich in Kenia Englisch unterrichtet.» In den Sommerferien habe sie immer wieder gearbeitet. «Ich sass auch schon an der Migros-Kasse in Bad Ragaz.»

«Ich organisiere Pub-Crawls und Stadtführungen»

Fabian Kunz (29) aus München. (Bild: Rossella Blattmann)

Fabian Kunz (29) aus München. (Bild: Rossella Blattmann)

«Ich bin sehr in die studentische Arbeit involviert», sagt Fabian Kunz, der gerade seine Masterarbeit in Accounting und Finance schreibt. Die Arbeit sei mehrheitlich ehrenamtlich. «Als Mitglied des «Link»-Teams organisiere ich Pub-Crawls, Stadtführungen und andere soziale Anlässe für die Masterstudenten in St.Gallen.»

«Während des Studiums arbeiten ist möglich»

Christina Held (24) aus München. (Bild: Rossella Blattmann)

Christina Held (24) aus München. (Bild: Rossella Blattmann)

«In meiner Heimatstadt München habe ich 20 bis 30 Stunden pro Woche als Analystin gearbeitet» sagt Christina Held, die an ihrer Masterarbeit in Accounting und Finance sitzt. Für ihren Nebenjob sei sie zwischen Deutschland und der Schweiz gependelt. Teilweise habe sie auch von ihrem St.Galler Zuhause aus arbeiten können. «Während des Studiums zu arbeiten, ist durchaus möglich», sagt Held. «Man braucht zwar länger für den Master, aber es ist machbar.»

«Ich habe mich gefragt: Arbeit oder Ausgang?»

Berl Gubenko (22) aus Kreuzlingen. (Bild: Rossella Blattmann)

Berl Gubenko (22) aus Kreuzlingen. (Bild: Rossella Blattmann)

«Ich arbeite 40 bis 50 Prozent, jeweils Freitag und Sonntag, als Operator im «Liberty-Cinema» in Weinfelden», sagt der Thurgauer Berl Gubenko. Es sei zwar streng während des Semesters 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Doch es sei alles eine Sache der Planung. «Ich habe mich gefragt: Arbeit oder Ausgang? Ich habe mich für die Arbeit entschieden.» Während der Prüfungszeit kann Gubenko auf die Unterstützung seines Arbeitgebers zählen: «Ich kann mir die Zeit nehmen, die ich fürs Studium brauche. Das schätze ich sehr.»