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Seltener Nachwuchs: Reh bringt im Appenzellerland zwei weisse und ein braunes Kitz zur Welt

Zwei weisse Rehe wurden im vergangenen Jahr im Appenzellerland gesichtet. Jetzt gibt es Nachwuchs - gleich dreifach und gemischtfarben. Das sei selten, sagt ein Experte.
Linda Müntener
Das weisse Rehkitz - Grund für die helle Fellfarbe ist eine Pigmentstörung. (Bild: ZVG)

Das weisse Rehkitz - Grund für die helle Fellfarbe ist eine Pigmentstörung. (Bild: ZVG)

Es sind besondere Schnappschüsse, die dem Leserreporter gelungen sind. Der Hobbyfotograf wohnt mit seiner Familie an einem Waldrand in der Gegend um Heiden. Ein idealer Ort, um wilde Tiere zu beobachten. Im vergangenen Jahr hat er hier zwei weisse Rehe gesichtet. Seither schaut er den Tieren aus der Ferne beim Aufwachsen zu. Als er vor ein paar Wochen wieder einmal nach ihnen Ausschau hielt, staunte er nicht schlecht: Nachwuchs. Ein Reh hat drei Kitze zur Welt gebracht - zwei weisse und ein braunes.

Weisse Rehe sind selten. Die Tiere aus dem Appenzellerland sind keine Albinos, da Augen und Nasen dunkel und nicht rot sind. Grund für die Fellfarbe ist eine Pigmentstörung. "Die weisse Farbe kommt nur vor, wenn beide Gene im Chromosomensatz die Mutation für die Fehlfarbe vererben", sagt Heinz Nigg, Leiter des kantonalen Amts für Raum und Wald. Gemischtfarbene Würfe seien dann möglich, wenn einer der beiden Elternteile weiss und der andere braun ist.

Zwei Rehkitze haben weisses Fell, eines hat braunes Fell - ein seltener Wurf. (Bild: ZVG)

Zwei Rehkitze haben weisses Fell, eines hat braunes Fell - ein seltener Wurf. (Bild: ZVG)

Der Leserreporter hat den Wildhüter über den Nachwuchs informiert. Dieser hat die Jungtiere markiert. Damit will man mehr über die Biologie, die Populationsdynamik und das Wanderverhalten der Rehe in der Schweiz erlangen, sagt Heinz Nigg. Anfang der 1970er Jahre wurde eine überregionale Kitzmarkierungsaktion eingeführt. Seither markieren Jäger und Wildhüter in verschiedenen Kantonen, so auch in Appenzell Ausserrhoden, regelmässig Kitze und halten ihren Standort fest. Wird ein markiertes Reh später auf der Jagd erlegt oder tot aufgefunden, werden erneut Daten zu Ort und Todesursache erhoben. "Mittels dieser Angaben können Rückschlüsse auf das Raumverhalten und die Demographie der Tiere gezogen werden", sagt Heinz Nigg.

Wo genau die Tiere beobachtet wurden, wird nicht preis gegeben - zu ihrem Schutz. (Bild: ZVG)

Wo genau die Tiere beobachtet wurden, wird nicht preis gegeben - zu ihrem Schutz. (Bild: ZVG)

Der genaue Aufenthaltsort der Tiere wird nicht bekannt gegeben. Zu gross wäre die Gefahr, würden Spaziergänger - womöglich in der Begleitung von Hunden - nach den Tieren suchen. Unter besonderem Schutz stehen die weissen Tiere jedoch nicht. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden dürfen Patentjäger während der Jagdzeit Rehe erlegen - auch weisse. Dass dies geschieht, halten die Experten allerdings für unwahrscheinlich: Denn in der Jagdtradition gibt es einen Aberglauben, der demjenigen ein Unglück voraussagt, der ein weisses Tier erlegt.

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