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"Selbstverständlich sind Netzsperren effektiv"

Bei den Casinos in St. Gallen und Bad Ragaz gibt man sich nach dem Ja zum Geldspielgesetz bedeckt, was den Ausbau von Online-Spielen betrifft.
Zu Netzsperren haben die Verantwortlichen jedoch eine klare Meinung.
Katharina Brenner
Nicht nur im Casino, auch online darf in der Schweiz künftig um Geld gespielt werden. Bild: Urs Jaudas

Nicht nur im Casino, auch online darf in der Schweiz künftig um Geld gespielt werden. Bild: Urs Jaudas

Wer unter dem Dach der Swiss Casinos Group Poker spielen will, kann unter seinem eigenen Dach sitzen bleiben. In einem «Online-Poker-Room» bietet das Unternehmen, zu dem auch das Casino St. Gallen gehört, Spiele im Internet an; nicht nur Poker. Einen wesentlichen Unterschied zu den Spielen im Casino gibt es aber: Online darf es nicht um Geld gehen. Bis jetzt.

Denn dank dem klaren Ja am Sonntag zum Geldspielgesetz können die Schweizer Casinos ihre Geldspiele bald auch im Internet anbieten. Der Bundesrat will das neue Gesetz so rasch wie möglich in Kraft setzen, voraussichtlich auf den 1. Januar 2019. Offen ist, ab wann die 21 Schweizer Casinos eine Online-Konzession beantragen können.

Casino Bad Ragaz bietet noch keine Online-Spiele an

Der Direktor des Casino St. Gallen Massimo Schawalder äussert sich nicht zur Abstimmung. Er verweist auf Marc Baumann, CEO der Swiss Casinos Group, zu der neben dem Casino St. Gallen Standorte in Zürich, Pfäffikon und Schaffhausen gehören. Doch Baumann gibt sich bedeckt:

«Wir prüfen zurzeit die Möglichkeiten eines Online-Auftritts. Weiter können wir uns im Moment nicht dazu äussern.»

Auch zur Höhe geplanter Investitionen sagt der CEO nichts. Im Gegensatz zum Casino St. Gallen ermöglicht das Casino Bad Ragaz bisher keine kostenlosen Online-Spiele. Wird das Unternehmen welche anbieten, wenn es nach dem neuen Gesetz um Geld gehen darf? «Die Casino Bad Ragaz AG hat noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob um eine Erweiterung der Konzession nachgesucht wird», sagt Geschäftsführer Christian Kusch. Dies sei auch nicht sinnvoll, solange die Verordnungen, die sich aktuell in der Vernehmlassung befinden, noch nicht in Kraft seien. «Insbesondere die Höhe der Abgabe ist wichtig für die weitere Entscheidungsfindung.»

Andere Casinos gehen offener mit der Frage nach ihren Plänen um. Der Verwaltungsratspräsident des Casino Luzern Guido Egli rechnet mit Kosten in Millionenhöhe für den Online-Auftritt, wie er der «Luzerner Zeitung» sagte. Er rechnet damit, einen zusätzlichen Bruttospieleinsatz von 15 bis 20 Millionen Franken erzielen zu können.

Wer auf unbewilligte Seite gerät, wird umgeleitet

Mit dem neuen Gesetz werden auch Netzsperren eingeführt. Sie sollen Schweizer Casinos vor ausländischer Konkurrenz schützen. In der Praxis bedeutet das: Wer die Webseite eines unbewilligten Spielanbieters aufruft, wird auf eine Stopp-Seite umgeleitet. Was dort stehen soll, ist umstritten. Ebenso waren es die Netzsperren im Abstimmungskampf. Gegner zweifelten an ihrer Wirksamkeit.

Halten die Verantwortlichen der hiesigen Casinos Netzsperren für effektiv? «Ja, selbstverständlich», sagt Marc Baumann von Swiss Casinos. «Die meisten Menschen in unserem Land halten sich an Regeln und Gesetze.» Zudem sei es nicht so einfach, wie man glauben könnte, Zugangssperren zu umgehen. Das Wichtigste sei aber, dass die Spielerinnen und Spieler in der Schweiz ein attraktives Angebot erhalten und deshalb die Zugangssperren gar nicht umgehen müssten. Ganz ähnlich tönt es in Bad Ragaz bei Geschäftsführer Christian Kusch:

«Die Zugangssperren werden ihren Zweck erfüllen, wenn die Schweizer Casinos und Lotterien vergleichbar attraktive Angebote auf den Markt bringen.»

Genauso wichtig sei, dass gegen Angebote, die sich illegal an Personen in der Schweiz richten, konsequent polizeilich ermittelt und juristisch vorgegangen werde. Auch wenn dies nicht immer ganz einfach sei.

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