Kommentar

Selbst ein schwaches Mittel kann helfen

Das neue Kinderbetreuungsgesetz im Kanton St.Gallen würde Familie entlasten. 

Katharina Brenner
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Katharina Brenner

Katharina Brenner

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern, lohnt sich. Bessere Vereinbarkeit bedeutet bessere Karrierechancen, mehr finanzielle Unabhängigkeit und eine höhere Absicherung im Alter – insbesondere für Frauen. Sie stemmen den Grossteil an Erziehung und Hausarbeit. Für die Wirtschaft bedeutet bessere Vereinbarkeit mehr Fachkräfte. Ob mit dem neuen Kinderbetreuungsgesetz tatsächlich mehr Mütter und in höheren Pensen in den Beruf zurückkehren würden, ist allerdings schwer vorherzusagen. Dafür ist die Höhe der finanziellen Entlastung zu individuell. Einige Familien werden weiterhin genau rechnen, ob es sich lohnt, dass beide Elternteile arbeiten.

Ein Problem dürfte das Gesetz nur punktuell lösen: den Mangel an Betreuungsplätzen. Hier ist die Eigeninitiative der Gemeinden gefordert. Die Forschung zeigt: Wo ein Angebot an Betreuungsplätzen ist, entsteht auch eine Nachfrage. Vor allem sollten Gemeinden auf die Bedürfnisse der Familien hören, einige Landgemeinden haben beispielsweise Umfragen zum Thema gestartet. Neben den Gemeinden sind bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch die Arbeitgeber gefordert. Selbst wenn es nur ein schwaches Mittel gegen den Fachkräftemangel wäre, ist das neue Gesetz zu begrüssen. Es würde Familie entlasten. Es ist dann an den Gemeinden, die Gelegenheit beim Schopf zu packen.

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