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Sekundarlehrer halten an mündlichen Prüfungen fest

Bildung Der Thurgauer Grosse Rat hat gestern das 20-Millionen-Sparpaket zum Haushaltsgleichgewicht 2020 zu Ende diskutiert. Kritisiert wurden vor allem Sparpläne beim Bildungs- und Kulturdepartement, wo insgesamt 2,5 Millionen Franken gespart werden sollen. Geplant ist die Abschaffung der mündlichen Aufnahmeprüfungen für die Mittelschulen. Damit könnten jährlich 60000 Franken eingespart werden. Ein Kantonsrat der Grünen monierte im Namen der Sekundarlehrerinnen und -lehrer, die Abschaffung der mündlichen Prüfungen verstosse gegen den neuen Lehrplan. Schüler, welche sich bei schriftlichen Prüfungen schwer täten, würden durch die Abschaffung von mündlichen Prüfungen benachteiligt.

Wie Bildungsdirektorin ­Monika Knill (SVP) sagte, sei die Abschaffung der mündlichen Prüfungen noch nicht beschlossen, sondern werde im Rahmen weiterer Änderungen mit den ­Sekundarlehrerinnen und -lehrern diskutiert. Eigentlich gehöre diese Massnahme gar nicht ins Sparpaket. Der Grosse Rat hat zur Organisation der Aufnahme­prüfungen an Mittelschulen gar nichts zu sagen, da diese in der Kompetenz der Regierung liegt.

Bei Sexualaufklärung will der Kanton sparen

Weitere Kritik gab es am geplanten Verzicht auf Unterstützungsbeiträge für Sexualpädagogik, mit dem der Kanton 40000 Franken sparen will. Bisher werden sexualpädagogische Schuleinsätze der Perspektive Thurgau mit 70 Franken pro Lektion unterstützt. Die SP wehrte sich gegen den Abbau, der zu weniger Sexualaufklärung an den Schulen führen würde. In Zeiten stei­gender Zahlen von Geschlechtskrankheiten dürfe darauf nicht verzichtet werden.

Die Sparvorlage unter dem Titel Haushaltsgleichgewicht soll ein strukturelles Defizit von 20 Millionen Franken pro Jahr beseitigen – auf der Ausgabenseite. Den grössten Teil der Einsparungen kann die Regierung selbstständig umsetzen. Während SVP und FDP die Vorschläge grundsätzlich begrüssen, lehnen die Linken, Grünen und die Mehrheit der CVP/EVP-Fraktion weitere Sparübungen ab. (sda)

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